Europäische Zentralbank EZB stockt ihr Corona-Notprogramm massiv auf

Die Europäische Zentralbank weitet ihr billionenschweres Pandemie-Anleihekaufprogramm PEPP um weitere 500 Milliarden Euro aus. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

Foto: Marcel Lorenz / imago images

Mit Macht gegen die Krise: Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet ihre Hilfen für die Corona-geschwächte Wirtschaft im Euroraum massiv aus. Die EZB weitete ihr billionenschweres Pandemie-Anleihekaufprogramm PEPP am Donnerstag um weitere 500 Milliarden Euro auf 1,85 Billionen aus und verlängerte die Käufe bis März 2022. Das beschloss der Rat der EZB am Donnerstag in Frankfurt.

Zugleich versorgt die EZB Geschäftsbanken mit weiteren besonders günstigen Langfristkrediten (PELTROs) und lockert die Bedingungen für bereits laufende Langfristkredite.

Gleichzeitig bleibt der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent, wo er seit fast fünf Jahren liegt. Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Freibeträge für bestimmte Summen sollen die Institute bei den Kosten dafür entlasten.

Trübe Aussichten

Damit wollen sie den Kreditfluss an Unternehmen und Haushalte aufrechterhalten und sicherstellen, dass die Staatsanleihe-Renditen der Euroländer nicht aus dem Ruder laufen. Denn die Aussichten für das vierte Quartal sind trübe. Dazu haben eine seit Monaten negative Inflationsrate und ein erstarkter Euro den Druck auf die Euro-Wächter erhöht.

Erst im Juni hatte die Notenbank das Volumen des im März aufgelegten, besonders flexiblen Kaufprogramms PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) auf 1,35 Billionen Euro fast verdoppelt. Die Wertpapierkäufe helfen Staaten wie Unternehmen: Sie müssen für ihre Papiere nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer am Markt auftritt.

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Nach der Ratssitzung im Oktober hatten die Währungshüter keinen Zweifel daran gelassen, dass sie noch einmal nachlegen wollen. »Selbst wenn sich die zweite Welle des Virus als weniger heftig erweist als die erste, stellt sie keine geringere Gefahr für die Wirtschaft dar«, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde jüngst. Die Französin betonte: »Die EZB war in der erste Welle da und wird auch in der zweiten Welle da sein.«

caw/dpa/Reuters