EZB Verschnaufpause beim Drehen an der Zinsschraube

Die Europäische Zentralbank lässt die Zinsen in der Eurozone unverändert. Der wichtigste Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bleibt bei 2,25 Prozent.


Frankfurt am Main - Im Dezember hatte die EZB den Zinssatz erstmals seit fünf Jahren moderat um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Fachleute hatten bereits damit gerechnet, dass die Notenbank nach der Erhöhung zunächst eine Verschnaufpause einlegt. Die Zinsen liegen damit historisch betrachtet weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau und erleichtern den Unternehmen die Kreditaufnahme.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht die Wirtschaft weiter auf Erholungskurs. Die jüngsten Daten entsprächen dem Bild einer anhaltenden Erholung, sagte er auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidung des EZB-Rats. Es gebe aber immer noch Risiken, fügte Trichet hinzu und verwies auf den hohen Ölpreis und das fehlende Verbrauchervertrauen. Die EZB müsse darauf achten, dass die Inflationserwartungen fest auf niedrigem Niveau verankert blieben. "Die EZB wird daher alle Risiken weiter genau beobachten."     

Volkswirte gehen davon aus, dass die Zinsen 2006 weiter steigen. Eine Mehrheit von ihnen erwartet die nächste Anhebung um 0,25 oder sogar 0,5 Prozentpunkte für Anfang März.

Aufgabe der EZB ist die mittelfristige Sicherung der Preisstabilität. Darunter versteht die Notenbank eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent. Im Dezember hatte sie im Euroraum bei 2,2 Prozent gelegen.



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