Techunternehmen Facebook mit erstem Umsatzrückgang seit Börsengang

Der Facebook-Konzern Meta hat seinen ersten Umsatzrückgang vermeldet. Nach Jahren mit rasanten Zuwächsen kommt die Entwicklung dem Ende einer Ära gleich.
Facebook-Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg

Facebook-Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg

Foto: Erin Scott / REUTERS

Der Meta-Umsatz sank im zweiten Quartal im Jahresvergleich um rund ein Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn um 27 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Dollar (rund 6,6 Milliarden Euro). Topmanagerin Sheryl Sandberg verwies auch auf den starken Dollar, der zu einer ungünstigen Umrechnung von Auslandseinnahmen in der Bilanz führte. Ohne den Anstieg des Dollarkurses hätte es ein Umsatzplus von drei Prozent gegeben, betonte sie in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Der Konzern aus Palo Alto leidet wie Google und auch Microsoft unter dem starken Dollar und der weltweiten Wirtschaftsabkühlung. Allerdings schlug sich der Onlinewerbe-Branchenprimus Google im abgelaufenen Quartal besser als erwartet, was auch der Nummer zwei Meta zusetzen dürfte.

Die Umsatzprognose für das laufende Vierteljahr fiel mit einer Spanne von 26 bis 28,5 Milliarden Dollar niedriger als von Analysten erwartet aus. Finanzchef Dave Wehner verwies zur Begründung auf eine schon im zweiten Quartal spürbare Abschwächung des Onlinewerbemarktes angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit.

Bisher zeigten sich Facebook und Meta widerstandsfähig gegen alle wirtschaftlichen Schwächephasen. Mit dem Wissen über Interessen und soziale Verbindungen von Milliarden Nutzern bot die Plattform Werbekunden die Möglichkeit, ihre Anzeigen gezielt an die gewünschten Zielgruppen zu adressieren.

Erste Risse in dem System zeigten sich bereits im vergangenen Jahr, nachdem Apple neue Regeln zum Schutz der Privatsphäre eingeführt hatte. Entwickler wie Facebook müssen iPhone-Nutzer nun ausdrücklich um Erlaubnis fragen, wenn sie ihr Verhalten quer über verschiedene Apps und Dienste nachverfolgen wollen. Viele Nutzer lehnten das ab – und das torpedierte Anzeigenmodelle unter anderem bei Facebook.

Die Zahl der Nutzer, die täglich auf mindestens eine App des Konzerns zugreifen, stieg binnen drei Monaten von 2,87 auf 2,88 Milliarden. Bei Facebook gab es einen Zuwachs von 1,96 auf 1,97 Milliarden tägliche Nutzer. Zum Konzern gehören unter anderem auch Instagram und WhatsApp.

Meta gab am Mittwoch auch einen Umbau der Führungsriege bekannt. Der bisherige Finanzchef Wehner soll im November die neu geschaffene Position des Strategiechefs übernehmen. Neue Finanzchefin wird demnach Susan Li. In der Chefetage hatte sich eine Lücke aufgetan, nachdem Sandberg ihren Rückzug angekündigt hatte. Sie galt als rechte Hand Zuckerbergs und eine Architektin von Facebooks Geschäftsmodell.

jul/dpa/Reuters
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