FC Bayern München Niederlagenserie mit dem Vereins-Fonds

Mit einem eigenen Fonds wollten die Manager von FC Bayern und Sponsor Allianz den Spielern bei der Geldvermehrung helfen. Doch die Anlage entpuppt sich als Eigentor.


Kein Glück mit dem Vereins-Fonds: Team des FC Bayern
AP

Kein Glück mit dem Vereins-Fonds: Team des FC Bayern

München - Die Talfahrt an den Börsen hat auch die Millionäre in kurzen Hosen voll erwischt: Zumindest einige Kicker haben ihr Geld in den FC Bayern München Fonds AktienPower Global investiert - und dabei seit der Auflage im August 2001 bis Ende August 2002 rund ein Drittel verloren.

"Teilweise haben Spieler dort Gelder angelegt, ja", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Der Aktien-Fonds sei auf eine gemeinsame Initiative des Klubs mit Sponsor Allianz zu Stande gekommen: "Wir haben zusammen mit der Allianz diese Möglichkeit geschaffen. Und die Spieler können das machen. Das ist eine freiwillige Sache", erklärte Hoeneß. Fondsanteile könne aber "auch jeder andere kaufen, der sich an Aktienfonds beteiligen möchte".

Dass mit dem Kauf von Fondsanteilen jedoch ein erhöhtes Risiko verbunden, räumt sogar der Deutsche Investment Trust (DIT) ein, der für die Allianz den Fonds betreut. Der Grund liegt in erster Linie im sehr geringen Volumen des Fonds, in dem nur knapp fünf Millionen Euro angelegt sind. DIT-Sprecher Karl-Herrmann Hammel weist darauf hin, dass die Flexibilität des Fondsmanagers bei einem kleinen Fonds weitaus niedriger sei als bei einem Fondsvermögen von über 50 Millionen. "Das bedeutet auch, dass man durch die Bewegungen im Markt schneller rauf und runter geprügelt werden kann."

Leider wahr: Die Geldanlage der Bayern-Spieler rangiert am Tabellenende: Zwar haben im vergangenen Jahr fast alle Aktienfonds verloren, doch mit einem Minus von 28,3 Prozent in einen Jahr liegt das Bayern-Papier noch deutlich hinter dem weltweiten Fonds-Index MSCI-World (23,3 Prozent Verlust). Seit Auflegung des Fonds Mitte August 2001 bis Ende August 2002 ist sogar ein Wertverlust von 32,4 Prozent zu beklagen.

Mit Sport hat der FC Bayern München Fonds übrigens nichts zu tun. Die Allianz hat für diesen sogenannten Label-Fonds vor allem Aktien von Finanzdienstleistern (21 Prozent), Investitionsgüter-Produzenten (15 Prozent) und Pharma-Firmen (12,5 Prozent) eingekauft. Der Großteil der im Fonds befindlichen Anteile ist von US-Firmen (43,9 Prozent). Der Name FC Bayern München hat also mit dem Inhalt nichts zu tun - und der Verein hat auf dessen Tabellenplatz keinerlei Einfluss.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.