Laser für den Airbus FedEx will Flugzeuge mit Raketenabwehr ausstatten

Als Schutz vor Raketenbeschuss plant der US-Kurierdienst FedEx, Laserabwehrsysteme für seine Frachtflieger anzuschaffen. Nun muss die US-Luftfahrtaufsicht entscheiden. Laser bergen auch Verletzungsgefahren.
Ein Mitarbeiter schiebt Container in einen FedEx-Airbus A300-600

Ein Mitarbeiter schiebt Container in einen FedEx-Airbus A300-600

Foto: Universal Images Group / Getty Images

Der US-Kurier- und Logistikkonzern FedEx hat die Luftfahrtaufsicht FAA um Erlaubnis gebeten, ein spezielles Lasersystem zur Abwehr von Raketen bei seinen Airbus-Frachtflugzeugen installieren zu dürfen. FedEx möchte mit den Lasern ankommende wärmesuchende Raketen abwehren, zeigt ein neues Dokument , das die FAA veröffentlicht hat und über das der Nachrichtensender CNN zuerst berichtete.

In dem Dokument gibt die Federal Aviation Administration an, dass FedEx um die Erlaubnis gebeten habe, das Raketenabwehrsystem in seinen modifizierten Airbus A321-200 einzubauen. »Bei diesem Konstruktionsmerkmal handelt es sich um ein System, das Infrarot-Laserenergie außerhalb des Flugzeugs als Gegenmaßnahme gegen wärmesuchende Raketen aussendet«, heißt es darin. Die Laserenergie solle die Verfolgung der Rakete durch die Hitze des Flugzeugs unterbrechen.

Grund zur Sorge vor Raketenbeschuss

Dass es durchaus Grund zur Besorgnis gibt, zeigen vorherige Angriffe auf Flugzeuge. So schlug 2003 über Bagdad eine Rakete in den Flügel einer Frachtmaschine des deutschen Paketdiensts DHL ein. Das Flugzeug landete mit einer brennenden Tragfläche, die Besatzung blieb unverletzt. Auch die FAA weist darauf in ihrem Dokument über die FedEx-Pläne hin.

In der Diskussion des Vorhabens erklärt die FAA außerdem, dass in den vergangenen Jahren bei mehreren Zwischenfällen im Ausland zivile Flugzeuge von tragbaren Luftabwehrsystemen beschossen worden seien. »Dies hat mehrere Unternehmen dazu veranlasst, Systeme wie ein laserbasiertes Raketenabwehrsystem für die Installation in zivilen Flugzeugen zu entwickeln und anzupassen, um diese Flugzeuge vor wärmesuchenden Raketen zu schützen.« Das FedEx-Raketenabwehrsystem richte infrarote Laserenergie auf eine ankommende Rakete, um die Verfolgung der Rakete durch die Wärme des Flugzeugs zu unterbrechen.

Lasergefahr für Menschen

Allerdings stelle Infrarot-Laserenergie auch eine Gefahr für Personen im Flugzeug, am Boden und in anderen Flugzeugen dar, geben die Verfasser des FAA-Dokuments zu bedenken. Das Risiko sei besonders hoch, da Infrarotlicht für das menschliche Auge unsichtbar ist. Die Exposition von Menschen gegenüber infraroter Laserenergie könne zu Augen- und Hautschäden führen und die Fähigkeit der Flugbesatzung, das Flugzeug zu steuern, beeinträchtigen. Auch aus diesem Grund verlangt die FAA, dass eine versehentliche Aktivierung solch eines Systems verhindert wird.

Die Luftfahrtbehörden werden nun 45 Tage lang die Öffentlichkeit anhören, bevor sie das System genehmigen. Laut dem Dokument hat FedEx, dessen Luftfracht-Sparte FedEx Express in der Liste der größten Frachtfluggesellschaften der Welt Platz eins belegt, das behördliche Genehmigungsverfahren für die Modifizierung von A321-200-Flugzeugen bereits im Jahr 2019 eingeleitet.

kig
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