Zur Ausgabe
Artikel 42 / 133
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

WÄHRUNGEN »Fels in der Brandung«

aus DER SPIEGEL 47/1998

Klaus Friedrich, 60, Chefvolkswirt der Dresdner Bank, über den Euro in Krisenzeiten

SPIEGEL: Anleger fürchten noch eine Verschärfung der globalen Krise. Wo bleiben die positiven Effekte des Euro?

Friedrich: Es gibt sie schon. Obwohl der Euro noch gar nicht existiert, hat er uns 1998 knapp 100 000 Jobs beschert.

SPIEGEL: Wie das?

Friedrich: Wenn früher der Dollar einbrach, legte die D-Mark auch gegenüber anderen europäischen Währungen zu. Die Folge war stets ein Exportrückgang bei uns. Beim Dollar-Einbruch in diesem Sommer standen die Lira und der Franc wie Felsen in der Brandung. Das hat in Deutschland einen Wachstumsrückgang von etwa 0,25 Prozent oder rund zehn Milliarden Mark verhindert.

SPIEGEL: Welche Folgen gibt es noch?

Friedrich: Der Wettbewerb wird härter, aber der Handel in Europa wird deutlich zulegen. Das nützt vor allem dem Mittelstand. Unsere Konjunktur wird 1999 auch von den höheren realen Lohneinkommen angekurbelt.

SPIEGEL: Rosige Zeiten also?

Friedrich: Die weltweiten Krisenherde drücken schon auf unser Wachstum. Aber wenn es den Euro nicht gäbe, müßten wir ihn ganz schnell erfinden.

Zur Ausgabe
Artikel 42 / 133
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.