Fernsehen Werbekunden meiden Tour de France bei Sat.1

Medienpolitisch ein Coup - doch finanziell ein Desaster: Nach der Übernahme der Tour de France durch den Privatsender Sat.1 springen die Werbekunden ab. Die Sorge der Unternehmen: Der dopingverseuchte Sport könnte negativ auf ihr Image abfärben.

München - Eines der Radsport-skeptischen Unternehmen ist der Konsumgüterhersteller Unilever. Der Konzern wolle im Umfeld der Tour nicht werblich in Erscheinung treten, berichtet das Magazin "Werben und Verkaufen".

Noch weiter geht Jürgen Kievit, TV-Stratege bei der Omnicom Media Group, die Werbezeiten an die Fernsehwirtschaft vermittelt. Er sagte dem Blatt zufolge, die Tour sei für Sat.1 ein "wirtschaftliches Desaster".

Nach Informationen von "Werben und Verkaufen" hat Sat.1 bereits reagiert und die Preise für Werbeschaltungen deutlich gesenkt - die Rede ist von bis zu 50 Prozent.

Sat.1 war nach dem Doping-Boykott von ARD und ZDF bei der Tour de France eingestiegen. Die Übernahme der Übertragung hatte in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen gesorgt. Kritiker werfen Sat.1 vor, durch seinen Schritt die Dopingproblematik zu verharmlosen. Der Sender steht ohnehin in der Schusslinie, weil er seine Nachrichtensendungen "Sat.1 am Mittag" und "Sat.1 am Abend" ersatzlos gestrichen hat.

wal/ddp

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