Festtagsstimmung Dax überwindet 5300-Punkte-Marke

An den Börsen herrscht Festtagslaune: In Tokio kletterte der Leitindex Nikkei zum Wochenschluss auf ein Fünfjahreshoch. Der Deutsche Aktienindex überwand erstmals seit drei Jahren die 5300-Punkte-Marke. Besonders gefragt waren in Frankfurt Automobil-Werte und Papiere der Deutschen Börse.


Frankfurt am Main - "Es gibt eine ganze Reihe von Marktteilnehmern, die kurz vor Jahresende investiert sein müssen und selbst im heiß gelaufenen Markt noch zukaufen", erklärte NordLB-Händler Nico Breite die Kauflust der Anleger zum Jahresende. Der Einschätzung des Börsenexperten zufolge täte dem deutschen Aktienmarkt nun jedoch eine Konsolidierung gut. Gestützt von positiven Vorgaben aus den USA und Japan lugte der Dax bereits am Vormittag erstmals seit April 2002 über die 5300-Punkte-Marke und schloss schließlich bei 5307,9 Zählern.

Die gestrige Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) trübte die Stimmung am Aktienmarkt nicht. "Die Anleger haben sich damit abgefunden, dass sich die Zinsen in der Euro-Zone erhöhen werden", sagte ein Händler.

Auch an den internationalen Finanzmärkten stoßen Aktien derzeit auf große Nachfrage. In Tokio kletterte der Leitindex Nikkei zum Wochenschluss auf den höchsten Stand seit fünf Jahren. Auch die US-Börsen hatten den Handel am Donnerstag mit deutlichen Kursgewinnen beendet, starteten jedoch heute mit leichten Kursverlusten.

Nur DaimlerChrysler-Aktien gewinnen nicht

Die Aktien der Deutschen Börse schlossen heute in Frankfurt mit Kursgewinnen von 3,2 Prozent bei 86,19 Euro und damit bei einem neuen Jahreshoch. Zu den großen Gewinnern zählten auch die Autobauer. "Die US-Absatzzahlen helfen natürlich dem ein oder anderen Wert aus der Branche", sagte ein Händler. Für BMW ging es um 0,85 Prozent auf 37,79 Euro nach oben. Aktien von Volkswagen legten um 1,86 Prozent auf 46,53 Euro zu.

Audi und Porsche verzeichneten sogar Rekordabsätze in den USA. Porsche-Aktien gaben dennoch entgegen den Trend um 0,19 Prozent auf 643,77 Euro nach. DaimlerChrysler war der einzige Autobauer, der in den USA Verkaufsrücksgänge verzeichnen musste. Die Daimler-Titel gewannen deshalb heute nichts und kosteten bei Börsenschluss unverändert 43,47 Euro.

Auch bei den Papieren der Rückversicherer geht es aufwärts. Die Münchner Rück konnte den Kursgewinn vom Vortag ausbauen und 2,8 Prozent auf 119,92 Euro zulegen. "Die Aktie sieht technisch sehr gut aus", sagte ein Händler. "Zudem befindet sich das Münchener-Rück-Management derzeit auf einer Roadshow bei Investoren und kommt dort offenbar sehr gut an." Die Investmentbank CSFB beurteilt die Branche positiv. Die Wahrscheinlichkeit für steigende Prämien zumindest bis zu den Vertragserneuerungen 2007 sei größer als 50 Prozent, erläuterten die CSFB-Analysten.

Die Aktien des Konsumgüterherstellers Henkel verteuerten sich um knapp ein Prozent. Henkel-Chef Ulrich Lehner kündigte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters an, mit neuen Produkten und einer Expansion in Asien und Osteuropa sein Wachstum im kommenden Jahr ankurbeln zu wollen. Bis 2008 sollen die Umsätze des für Marken wie Pritt oder Persil bekannten Konzerns demnach jährlich um drei bis vier Prozent zulegen.



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