Feuer im Transrapid Experten vermuten Batterie als Brandherd

Das Feuer im Transrapid in Shanghai ist möglicherweise durch eine defekte Batterie ausgelöst worden. Der Vorfall kommt für das deutsche Prestigeprojekt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.


Shanghai - Am 11. August war im Transrapid bei der Fahrt auf der weltweit ersten kommerziellen Strecke Feuer im zweiten Waggon ausgebrochen - bei der Einfahrt in die Longyang-Station im Shanghaier Stadtteil Pudong. Die Passagiere konnten den Zug verlassen. Es gab keine Verletzten.

Transrapid nach dem Feuer: Hauptbauteile waren "im Wesentlichen in gutem Zustand"
AP

Transrapid nach dem Feuer: Hauptbauteile waren "im Wesentlichen in gutem Zustand"

Die Ursache für den Brand lag offenbar in den Batterien der in Deutschland entwickelten Magnetschwebebahn. Wie das Informationsamt der Stadtregierung von Shanghai der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, konzentrieren chinesische und deutsche Experten ihre Untersuchungen darauf. Struktur und Hauptbauteile des Waggons sind in den Untersuchungen bereits als "im Wesentlichen in gutem Zustand" beurteilt worden.

Nach dem Zwischenfall war der Zug etwa einen Kilometer von der Station entfernt an einer Nothaltestation abgestellt worden, um dort den Brand zu löschen und die Brandursache festzustellen.

Ein Anschlag war bereits am Tag des Unfalls von den Behörden ausgeschlossen worden. Ende vergangener Woche sei der Zug schließlich zur Reparatur gefahren, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Brand war ein schwerer Schlag für das deutsche Prestigeobjekt. Die laufenden Verhandlungen über eine Verlängerung der Strecke über 170 Kilometer zum Gelände der Weltausstellung 2010 und bis in die Nachbarstadt Hangzhou sind seit Monaten festgefahren. Ungeklärt sind die Finanzierung und das Ausmaß des Technologietransfers.

ase/dpa



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