Fiat-Sportwagengruppe Pischetsrieder und die Formel 1

Bleibt Alfa Romeo von Opel-Motoren verschont? Jedenfalls halten sich hartnäckig die Gerüchte, Volkswagen sei möglicherweise an einem Einstieg in eine Sportwagengruppe rund um Ferrari interessiert. Für VW-Chef Bernd Pischetsrieder könnte es der Weg durch die Hintertür in die Formel 1 sein.

Wolfsburg/Rom - In diesem Fall berichtet die "Financial Times", dass VW Interesse an einem Anteilskauf habe. Dem Bericht zufolge gibt es bereits Gespräche zwischen dem VW-Vorstand und der italienischen Investmentbank Mediobanca, die versuche, Einfluss auf Fiat zu erlangen. Ein VW-Sprecher wollte die neuerlichen Medienspekulationen nicht kommentieren, er wisse auch nicht, wo VW Interesse signalisiert haben sollte.

In Branchenkreisen wird allerdings eine andere mögliche Variante gespielt. Danach könnte der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder an einem Einstieg bei Ferrari interessiert sein, um sich mittelfristig im Formel-1-Geschäft zu engagieren. Ein solches Interesse hatte der Konzern bislang allerdings zurückgewiesen. Möglicherweise könnte aber nun ein aus finanzieller Sicht günstiger Zeitpunkt für eine Beteiligung gegeben sein, wird spekuliert.

Bereits zu Wochenbeginn hatte es Berichte in der italienischen Presse über ein mögliches Engagement in Höhe von 49 Prozent an einer Sportwagengruppe mit den Marken Ferrari, Maserati und Alfa Romeo gegeben. Der Konzern hatte lediglich erklärt, mögliche Kooperationen im technischen Bereich mit Maserati zu eruieren, "nicht mehr oder weniger". Analysten äußerten die Ansicht, eine Beteiligung an einer Fiat-Sportwagengruppe sei nicht sehr sinnvoll, da VW bereits unter anderem mit Lamborghini gut in dem Luxus-Sportwagen-Segement vertreten sei.

Bislang stand eher die Fusion zwischen ist Fiat und Opel im Zentrum der Diskussion, nachdem General Motors vor zwei Jahren für ein 20-Prozent-Aktienpaket an der Autodivision 2,4 Milliarden Euro bezahlt hatte. Für die übrigen 80 Prozent von Fiat Auto besitzen die Italiener eine Verkaufs-Option. Nach Studien der Amerikaner können durch Synergieeffekte mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr eingespart werden.

Seit 1999 testet GM bereits eine solche Zusammenarbeit. Fiat und GM gründeten damals das Unternehmen Powertrain, das Opel und Fiat mit Motoren und Getrieben beliefert. Eingefleischte Alfisti befürchteten in diesem Zusammenhang schon, dass ihre geliebten Edel-Renner künftig mit den gleichen Motoren unterwegs sein würden, wie ein Opel Astra.

Was die Sanierung von Fiat betrifft, soll sich die Konzernführung italienischen Medienberichten zufolge unterdessen mit den Gläubigerbanken auf einen Kompromiss geeinigt haben. Im Tauziehen um einen Führungswechsel in dem angeschlagenen Konzern soll demnach Präsident Paolo Fresco zunächst im Amt bleiben. Als Nachfolger für den zurückgetretenen Vorstandschef Gabriele Galateri werde im Rahmen der Verwaltungsratssitzung in Turin voraussichtlich der derzeitige Generaldirektor Alessandro Barberis ernannt, berichtete das italienische Fernsehen am Freitag.

Die Gläubigerbanken hatten sich in den vergangenen Tagen strikt gegen einen Wechsel im Top-Management ausgesprochen und gedroht, dem Unternehmen ansonsten finanzielle Hilfen zu verweigern.

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