Finanz-Allianz Deutsche Bank will bei Sal. Oppenheim einsteigen

Eine neue Allianz in der deutschen Finanzbranche bahnt sich an: Die Deutsche Bank plant eine strategische Partnerschaft mit Sal. Oppenheim. Die Traditionsbank ist vor allem im Privatkundengeschäft stark - hält aber auch Anteile am Pleitekonzern Arcandor.


Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main: Privatkundengeschäft stärken
ddp

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main: Privatkundengeschäft stärken

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank Chart zeigen steht vor einem Einstieg bei der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim: Das größte deutsche Geldhaus bestätigte Gespräche über eine strategische Partnerschaft mit der Luxemburger Bank. Man habe ein unverbindliches Angebot für eine Kapitalbeteiligung abgegeben.

Ziel der Partnerschaft sei es, die Position der Deutschen Bank im gehobenen Privatkundengeschäft insbesondere in Deutschland zu stärken. Die Kunden von Sal. Oppenheim wiederum würden Zugang zum globalen Netzwerk der Deutschen Bank erhalten.

Finanzkreisen zufolge geht es um einen Minderheitsanteil, also weniger als 50 Prozent. Strukturelle Veränderungen seien bei beiden Häusern nicht geplant, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters Chart zeigen. Zur Höhe des möglichen Investments war zunächst nichts zu erfahren.

Während die Deutsche Bank vergleichsweise glimpflich durch die Finanzkrise kam, leidet Sal. Oppenheim unter den Folgen des weltweiten Abschwungs. Neben den Kapitalmarktrisiken sowie dem Einbruch des Geschäfts mit Zertifikaten musste die Privatbank erhebliche Verluste aus den Beteiligungen an dem inzwischen insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor Chart zeigen sowie dem Immobilienunternehmen IVG Immobilien Chart zeigen verkraften. Zwischenzeitlich war sogar spekuliert worden, dass bei Sal. Oppenheim staatliche Hilfe notwendig werden könnte.

Die Gesellschafter hatten jedoch gesagt, ohne staatliche Hilfe auskommen zu wollen. Sie hatten bereits zum Jahreswechsel rund 200 Millionen Euro in die Bank gepumpt, um das Institut zu stützen. Weitere Kapitalmaßnahmen hatte der persönlich haftende Gesellschafter Christopher Freiherr von Oppenheim vor einem Monat nicht ausschließen wollen. Die Bank hatte zwischenzeitlich auch den Verkauf der 2004 für rund 600 Millionen Euro erworbenen BHF-Bank geprüft, diese Pläne aber wegen zu geringer Gebote wieder aufgegeben.

yes/dpa-AFX/Reuters



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