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26. November 2008, 07:27 Uhr

Finanzkrise

Bundesbank-Chef verspricht kräftige Zinssenkung

Das Schlimmste steht noch bevor: Bundesbankpräsident Weber erwartet den Tiefpunkt der Wirtschaftskrise erst im Jahr 2009. Weitere Zinssenkungen im Euro-Raum hat er bisher zwar abgelehnt - nun hält er sie für das richtige Mittel.

Hamburg - Solange der Preisverfall für US-Immobilien nicht zum Ende kommt, sieht Bundesbankpräsident Axel Weber kein Ende der Finanzkrise. Das erwarte er aber erst für Ende 2009, sagte Weber dem "Handelsblatt". Den Tiefpunkt der konjunkturellen Entwicklung sieht der Bundesbankpräsident im kommenden Jahr, wobei die erste Jahreshälfte 2009 noch mit einer Reihe von Herausforderungen verbunden sein könnte.

Bundesbankpräsident Weber: "Richtung richtig erfasst"
AP

Bundesbankpräsident Weber: "Richtung richtig erfasst"

Nach Ansicht von Weber gibt es im Euro-Raum "Spielraum für weitere Zinssenkungen". Zu der Erwartung an den Märkten, dass der Euro-Leitzins bis Mitte 2009 auf 2,5 Prozent sinken wird, sagte er: "Die Richtung, die wir eingeschlagen haben, ist an den Märkten richtig erfasst worden."

Weltweit haben Notenbanken als Instrument gegen die Finanzkrise die Zinsen gesenkt. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte Anfang November innerhalb weniger Wochen den Leitzins um 0,5 Punkte auf 3,25 Prozent. In den USA senkte die dortige Notenbank Federal Reserve den Leitzins sogar auf nur noch 1,0 Prozent. Auch in Asien senkten mehrere Länder den Zinssatz.

Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur, die die Bundesbank in der Vergangenheit immer strikt abgelehnt hat, steht der Bundesbankpräsident nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber. "Wichtig ist die richtige Wahl der Maßnahmen der Finanzpolitik", erklärte er. Sie müssten zeitnah, zielgenau und zeitlich begrenzt sein. Es sei durchaus möglich wie die Amerikaner Steuergutschriften als Pro-Kopf-Transfers zu verteilen.

Weber hält es für richtig, dass die Banken, denen der Finanzmarktstabilisierungsfonds helfen soll, über einen ausreichenden Kapital- und Risikopuffer verfügen. Ein Polster von acht Prozent sei sinnvoll. Das sei das Doppelte der regulatorischen Anforderung von vier Prozent. Der Bundesbankpräsident warnt allerdings davor, alle Banken über einen Kamm zu scheren. Die Eigenkapitalanforderungen müssten nach den Geschäftsmodellen und -feldern der Institute ausgerichtet sein, sagte er.

kaz/AP

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