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09. Mai 2008, 09:35 Uhr

Finanzkrise

Dresdner Bank verhagelt Allianz die Zahlen

Die Kreditkrise macht sich bemerkbar: Der Überschuss von Allianz ist im ersten Quartal deutlich eingebrochen - und um fast zwei Drittel gefallen. Grund dafür sind vor allem die Schwierigkeiten der Tochter Dresdner Bank.

München - Schuld an dem Gewinneinbruch sind die roten Zahlen bei der Dresdner Bank und die schwachen Aktienmärkte: Allein im ersten Quartal fiel der Überschuss um 65 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Der gesamte Umsatz des Allianz-Konzerns sank um sechs Prozent auf 27,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis sank um eine Milliarde Euro auf 1,86 Milliarden Euro - vor allem wegen der Wertberichtigungen beim Sorgenkind Dresdner Bank.

Filiale der Dresdner Bank: Gewinn um zwei Drittel eingebrochen
DDP

Filiale der Dresdner Bank: Gewinn um zwei Drittel eingebrochen

Denn für den Rückgang des operativen Konzerngewinns war vor allem das Kreditinstitut verantwortlich: Bei der Dresdner Bank brachen neben dem Gewinn auch die operativen Erträge ein, und zwar um beinahe zwei Drittel auf 719 Millionen Euro. Provisions- und Zinsüberschuss gaben ebenfalls nach. Unter dem Strich wies die Bank einen Verlust von 513 Millionen Euro aus - nach 612 Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor.

Die Allianz hielt dem Institut zugute, auch seine Kosten reduziert zu haben. Der operative Aufwand sei bei der Dresdner Bank um von 1,35 auf 1,16 Milliarden Euro gesunken. Zudem seien wegen der schwachen Aktienmärkte bewusst geringe Gewinne aus Kapitalanlagen realisiert worden.

"2008 wird ein schwieriges Jahr bleiben", sagte Allianz-Vorstandsmitglied Helmut Perlet. Trotz einer leichten Entspannung an den US-Hypothekenmärkten und den Aktienmärkten sei ein Ende der Turbulenzen schwer vorherzusagen. "Je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger wird es, unser mittelfristiges Ergebnisziel zu erreichen", sagte der Controlling-Vorstand. Die Allianz sei aber bestens positioniert für die Rückkehr normaler Marktbedingungen. Trotzdem bleibe man mittelfristig optimistisch, denn die Kennzahlen zeigten, dass das Unternehmen in sehr guter Verfassung sei.

Obwohl die Allianz bereits Ende April die hohen Abschreibungen bei der Dresdner Bank angekündigt hatte, gab die Allianz-Aktie am Freitag in den ersten Handelsminuten 1,33 Prozent auf 128,63 Euro nach. Die endgültigen Zahlen lägen immer noch deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen, sagte ein Händler. Mit Blick auf die Sparten habe der Versicherer im Schaden- und Unfallgeschäft positiv abgeschnitten, der Bereich Leben- und Krankenversicherung enttäusche dagegen. Auch vom Ausblick kämen wenig positive Impulse

sam/dpa-AFX/AP

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