Finanzkrise Münchener-Rück-Gewinn bricht um 99 Prozent ein

Die Krise an den Finanzmärkten beutelt auch die zweitgrößte Rückversicherung der Welt: Die Münchener Rück muss ihre Zahlen drastisch nach unten korrigieren und schrammt nur haarscharf an einem Verlust vorbei. Mit Schuld daran: die verheerenden Wirbelstürme "Ike" und "Gustav".


München - Die Münchener Rückversicherung hat nach einem sehr schwachen dritten Quartal ihre Jahresprognose zurückgezogen. Wegen hoher Aktienkursverluste werde der Jahresgewinn die angekündigten zwei Milliarden Euro wahrscheinlich nicht erreichen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Sturm "Ike" im Anmarsch (Anfang September in Havanna): Belastungen von 300 Millionen Euro vor Steuern
AFP

Sturm "Ike" im Anmarsch (Anfang September in Havanna): Belastungen von 300 Millionen Euro vor Steuern

Im dritten Quartal stürzte der Gewinn um 99 Prozent auf zwölf Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,2 Milliarden Euro gewesen.

Die Eigenkapitalbasis der Münchener Rück Chart zeigen sei aber weiterhin solide, betonte Finanzvorstand Jörg Schneider. "Das Geschäftsjahr 2008 gestaltet sich wegen der Finanzkrise schwierig, aber die Münchener-Rück-Gruppe schlägt sich dank eines ausgewogenen Kapitalanlageportfolios im Vergleich zu den Wettbewerbern gut", sagte er.

Grund für die schwierige Lage seien auch die Wirbelstürme in diesem Jahr. Das Unternehmen teilte mit, dass die Schäden und Verwaltungskosten im dritten Quartal nicht mehr alleine aus den Prämieneinnahmen abgedeckt werden konnten. Sturm "Gustav" belastete Münchener Rück mit Schäden in Höhe von 90 Millionen Euro, "Ike" führte zu Belastungen von 300 Millionen Euro vor Steuern.

Branchenprimus Swiss Re Chart zeigen Re und die Hannover Rück Chart zeigenwaren im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Die Münchener Rück steht nach den ersten neun Monaten mit 1,4 Milliarden Euro Gewinn da. Die Dividende soll auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Für die Zukunft erwartet die Münchener Rück Preissteigerungen im Rückversicherungsgeschäft. Die Nachfrage nach Sicherheit und Stabilität steige, erklärte das Unternehmen. Der Gewinn je Aktie soll bis zum Jahr 2010 auf mindestens 18 Euro steigen; für dieses Jahr rechnet das Unternehmen noch mit zehn Euro je Aktie. Auch will der Vorstand bis 2010 mehr als acht Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgeben.

kaz/AP/dpa



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