Finanzkrise Neues Bilanzrecht soll Mittelstand um 1,3 Milliarden Euro entlasten

Der Gesetzgeber hilft dem deutschen Mittelstand: Ein neues Bilanzrecht soll eine Kostenersparnis von rund 1,3 Milliarden Euro bringen. Einzelkaufleuten mit maximal 500.000 Euro Jahresumsatz wird die Buchführung erleichtert.


Berlin - Der Bundesrat hat grünes Licht für ein neues Bilanzrecht gegeben, mit dem Lehren aus der Finanzkrise gezogen und der Mittelstand entlastet werden sollen. Mit der am Freitag von der Länderkammer beschlossenen Reform werden die Regeln zur Offenlegung von Risiken in Unternehmensbilanzen verschärft.

Sogenannte Zweckgesellschaften müssen in die Bilanz aufgenommen werden. Banken werden verpflichtet, Rücklagen zu bilden. Für Einzelkaufleute, die nicht mehr als 50.000 Euro Jahresüberschuss und nicht mehr als 500.000 Euro Umsatz erzielen, werden die handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflichten erleichtert.

Die Anhebung von Schwellenwerten bringt Befreiungen für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften: So setzt die Prüfungspflicht erst bei mittelgroßen Unternehmen ein. Kleinen Unternehmen wird die Möglichkeit eingeräumt, auf die Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung zu verzichten. Nach Angaben des baden-württembergischen Staatsministers Wolfgang Reinhart bringt die Neuregelung eine Kostenersparnis von 1,3 Milliarden Euro für den Mittelstand.

kaz/AP



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