Finanzkrise Steinbrück kritisiert riskante Geschäfte von Landesbanken

Die Finanzkrise betrifft bisher ausgerechnet die staatlich kontrolliere Landesbanken besonders stark. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück moniert sich darüber, dass die Landesbanken noch hochriskante Geschäfte gemacht haben, als sich die Finanzkrise bereits abzeichnete.


Berlin - "Ich habe Indizien dafür, dass Landesbanken bis in die jüngste Zeit sich engagiert haben bei amerikanischen Banken und in Produkten, wo man sich fragt, warum in dieser Phase", sagte Steinbrück (SPD) am Sonntag der ARD. Die Banken hätten "jedenfalls aus der Entwicklung der letzten 12 Monate hinzulernen müssen". Im Zuge der Finanzkrise sind zuletzt mehrere US-Investmentbanken zusammengebrochen oder aufgekauft worden.

Die US-Regierung will nun 700 Milliarden Dollar bereitstellen, um faule Kredite von Banken zu übernehmen. In Deutschland konnte im Zuge der Krise unter anderem die Mittelstandsbank IKB nur mit staatlicher Hilfe gerettet und dann verkauft werden. Die Sachsen LB wurde bereits an die baden-württembergische LBBW verkauft. Es werden aber noch weitere Risiken bei den Instituten vermutet. Am Donnerstag will sich Steinbrück mit Branchenvertretern treffen, um die Lage zu analysieren. Staatliche Konjunkturprogramme lehnte er trotz der Finanzkrise erneut ab.

cjp/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.