Finanzkrise US-Notenbank nimmt mehr Zentralbanken in die Pflicht

Die amerikanische Notenbank Fed kämpft wegen der Finanzkrise gegen Engpässe am Dollar-Geldmarkt. Deshalb hat sie Vereinbarung mit den Zentralbanken Australiens und Skandinaviens getroffen.


Washington - Wegen der Finanzkrise ist der Dollar knapp: Die Notenbanken Australiens, Schwedens, Dänemarks und Norwegens wollen deshalb auf Wunsch der US-Notenbank Fed bis zu 30 Milliarden Dollar ausgeben. Neben den bislang vereinbarten Währungsgeschäften (Swap) seien nun auch entsprechende Vereinbarungen mit den Notenbanken getroffen worden, teilte die Fed am Mittwoch in Washington mit.

US-Notenbank Fed: Angespannte Lage auf dem Geldmarkt
REUTERS

US-Notenbank Fed: Angespannte Lage auf dem Geldmarkt

Auf die Notenbanken Australiens und Schwedens entfallen je zehn Milliarden Dollar und auf die Zentralbanken Dänemarks und Norwegens je fünf Milliarden Dollar.

Die Vereinbarungen laufen wie die bereits bestehenden Swaps bis zum 30. Januar 2009. Die norwegische Zentralbank erklärte, die Vereinbarung verschaffe ihr eine größere Flexibilität bei ihren Bemühungen, den Geldmarkt zu stützen.

Hintergrund der neuerlichen Aktion ist die angespannte Lage auf den Märkten für kurzfristige Mittel in Dollar. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Fed bestehende Vereinbarungen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Schweizer Nationalbank (SNB) aufgestockt und zudem Swap-Vereinbarungen mit den Notenbanken Japans, Großbritanniens und Kanadas eingerichtet. Diese Währungsvereinbarungen belaufen sich auf insgesamt 247 Milliarden Dollar.

Unterdessen verstärkten sich in Europa die Anzeichen für eine Normalisierung. EZB-Ratsmitglied George Provopoulos zeigte sich zuversichtlich, dass das gemeinsame Einschreiten der Notenbanken zum Beenden der Krise beitragen kann. "Wir glauben, dass wir es schaffen, die Lage unter Kontrolle zu bringen."

cvk/Reuters/ddp/dpa-AFX



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