Finanzmarkt Deutsche Börse geht an die Börse

Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG hat dem Gang des Unternehmens an den Aktienmarkt zugestimmt. Die Gesellschaft solle zum "Börsen- und Software-Konzern" werden. Zugleich billigte das Gremium eine Ausweitung der Handelszeiten.

Frankfurt am Main - Nach Mitteilung des Vorstandes wird die Entscheidung Ende März noch konkretisiert und der Hauptversammlung am 4. Mai zur Beschlussfassung vorgelegt. Die damit verbundene Kapitalerhöhung und Änderung der Eigentümerstruktur soll der Frankfurter Gesellschaft auf dem Weg zur Europa-Börse weiteren Schub geben.

Vorstandschef Werner Seifert hatte bereits seit Wochen intensiv für diesen Weg geworben. Zu Spekulationen, die Gesellschaft plane eine Notierung am Neuen Markt, wollte man sich nicht äußern. Das auch ins Auge gefasste Vorhaben, Anteile der Aktiengesellschaft ausschließlich bei privaten Investoren zu platzieren, ist jedenfalls vom Tisch.

Aktionäre sind bisher vor allem die Banken, außerdem die deutschen Regionalbörsen sowie die Kurs- und Freimakler. Der Wert der Deutschen Börse AG wird am Finanzplatz Frankfurt auf etwa 1,5 Milliarden Mark beziffert. Mit den erwarteten Einnahmen will der Börsenvorstand vor allem den Ausbau der technischen Infrastruktur forcieren. Alternative Handelssysteme sitzen den europäischen Börsen seit geraumer Zeit als Konkurrenten im Nacken.

Ab 2. Juni sollen sowohl im Präsenz- als auch im Xetra-Handel die Geschäftszeit von 9 bis 20 Uhr (bisher 9 bis 17.30 Uhr) verlängert werden. Für Teilmärkte sei auch ein verkürzter Handel denkbar. Über die genaue Ausgestaltung werde noch mit dem Fachausschuss Aktien/Optionsscheine beraten.

Gegenwärtig liefen auch Gespräche mit anderen europäischen Börsen über eine einheitliche Handelszeit. Von der Ausweitung verspricht sich die Deutsche Börse ein Umsatzplus von bis zu zehn Prozent.