Finanzmarktkrise US-Regierung übernimmt Freddie Mac und Fannie Mae

Nun macht die US-Regierung Ernst: Sie wird die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac übernehmen. Washington will mit dieser Intervention eine Verschärfung der Finanzmarktkrise in den USA vermeiden.


Hamburg/Washington - Die US-Regierung übernimmt die vorläufige Kontrolle über die angeschlagenen halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae Chart zeigenund Freddie Mac Chart zeigen. Die zuständige Aufsichtsbehörde FHFA teilte am Sonntag mit, sie werde die beiden Konzerne bis zu deren Stabilisierung führen. Ein Kollaps hätte erhebliche Turbulenzen auf den Finanzmärkten in den USA und weltweit zur Folge, sagte Finanzminister Henry Paulson zur Begründung.

Zentrale von Freddie Mac im US-Bundesstaat Vírginia: Dramatischer Kurseinbruch
AFP

Zentrale von Freddie Mac im US-Bundesstaat Vírginia: Dramatischer Kurseinbruch

Der Aktienkurs der beiden Hypothekengiganten war am Freitag dramatisch eingebrochen. Fannie Mae und das kleinere Schwesterunternehmen Freddie Mac garantieren direkt oder indirekt knapp die Hälfte der US-Hypotheken im Gesamtwert von zwölf Billionen Dollar.

Die beiden Unternehmen seien "so groß und so mit dem Finanzsystem verwoben, dass das Scheitern eines der beiden große Unruhe auf unseren Finanzmarkt hier und in der ganzen Welt auslösen würde", sagte Paulson. Eine staatliche Rettungsaktion könnte die Steuerzahler nach Schätzungen der Haushaltsbehörde des Kongresses etwa 25 Milliarden Dollar kosten.

Neuer Chef von Fannie Mae soll Herb Allison werden, der zuvor in leitender Position bei Merrill Lynch war. David Moffett, der von US Bancorp kommt, soll das Ruder bei Freddie Mac übernehmen.

Ende Juli hatte der US-Senat ein Gesetzespaket zur Bekämpfung der Hypothekenkrise verabschiedet, das es dem Finanzministerium erlaubt, Fannie und Freddie Kredite in nicht näher bezeichneter Höhe zu gewähren oder Anteile an den beiden Firmen zu übernehmen, um Schaden von ihnen abzuwenden.

Ein vom Staat eingesetzter Verwalter wird den Informationen zufolge die Leitung der Immobilien-Giganten übernehmen.

flo/Reuters/dpa/AP



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