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31. Januar 2006, 19:19 Uhr

Finanzplatz London

Deutsche Bank will Mitarbeiter-Mails überwachen

Die Deutsche Bank will in den nächsten Monaten neue Software installieren, um die Mails ihrer Mitarbeiter in Großbritannien zu überwachen. Damit sollen mögliche Gesetzesverstöße vor allem durch Investmentbanker verhindert werden.

Frankfurt am Main – Softwarefirmen sollen im Auftrag der Bank innerhalb der nächsten zwei Monate Angebote erstellen. Die geplante Kontrolle des Mailverkehrs soll sicher stellen, dass keine marktrelevanten Daten illegitim weitergegeben werden.

Nach eingehender Diskussion sei das Management zu dem Schluss gekommen, es sei sinnvoll, solche Risiken zu überwachen, sagte Andrew Proctor heute der Nachrichtenagentur Reuters. Proctor ist bei Bank in Großbritannien und Westeuropa für die Einhaltung entsprechender Vorschriften (Compliance) verantwortlich.

In New York hat Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer in der Vergangenheit E-Mails von Mitarbeitern als Beweis für angebliche Interessenkonflikte benutzt. Auch die Deutsche Bank ist 2004 ins Visier der britischen Finanzaufsicht FSA geraten. Damals ging es um eine E-Mail, die eine Einschätzung zum Verlauf eines Aktienverkaufs enthielt. Das Ergebnis der Untersuchung steht noch aus.

Proctor zufolge ist unter anderem vorgesehen, dass sich die Überwachung bei bestimmten Schlüsselwörtern aktiviert.

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