Finanzskandal in Österreich Aufsichtsratschef der Meinl Bank festgenommen

Ein veritabler Finanzskandal erschüttert Österreich: Julius Meinl, Aufsichtsratschef der Meinl Bank, wurde Mittwochnacht festgenommen. Laut einem Magazinbericht werfen Ermittler ihm unter anderem Anlegerbetrug und Untreue vor.


Wien - Schock für die österreichische Bankenbranche: Die Meinl Bank hat am Donnerstag die Festnahme von Julius Meinl bestätigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank sei Mittwochnacht im Anschluss an ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Wien festgenommen worden, teilte das Institut mit.

Bankier Meinl: Festnahme bestätigt
AP

Bankier Meinl: Festnahme bestätigt

Zu den Hintergründen wollte die Bank keine Angaben machen. Das Geldhaus betonte, dass die Festnahme keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb habe. Die Lage des Instituts sei stabil und die Einlagen sicher, hieß es.

Das Magazin "Format" berichtet unter Berufung auf die Wiener Staatsanwaltschaft, Meinl werde Anlegerbetrug, "Provisionsschinderei" und Untreue im Zusammenhang mit der Affäre um das Immobilienunternehmen Meinl European Land (MEL) vorgeworfen. Grund für die Inhaftierung sei Fluchtgefahr gewesen. Meinls Anwalt Herbert Eichenseder war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die MEL firmiert heute unter dem Namen Atrium European Real Estate und wird inzwischen von der Citigroup und der israelischen Gazit Globe kontrolliert. Der auf Osteuropa spezialisierte Immobilienentwickler kam wegen eines umstrittenen Aktienrückkaufprogramms in die Schlagzeilen. Meinl-Anwalt Eichenseder hatte bisher betont, stets in vollstem Umfang mit den Behörden zu kooperieren.

suc/Reuters



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