Festgeldverträge "Finanztest" warnt vor Zinstricks einzelner Banken

Manche Banken zahlen die Zinsen bei Festgeldverträgen nicht jedes Jahr aus, sondern erst am Ende der Laufzeit. Für Sparer hat das gravierende Folgen.
Auszahlung am Bankschalter: Zinsgutschrift ist Renditefaktor

Auszahlung am Bankschalter: Zinsgutschrift ist Renditefaktor

Foto: Angelika Warmuth / DPA

Die Anlagedauer spielt bei der Geldanlage eine wichtige Rolle. Vor allem, wenn die jährlichen Erträge immer wieder angelegt werden, kann das Vermögen dank des Zinseszinseffektes schneller wachsen. Für Sparer, die ein mehrjähriges Festgeld nutzen, ist die jährliche Zinsgutschrift daher ein Renditefaktor. Doch einige Banken tricksen hier, wie die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Die Masche: Statt die Zinsen jährlich gutzuschreiben, werden sie bis zum Laufzeitende angesammelt und dann auf einen Schlag ausgeschüttet. Für Sparer kann das unangenehme Folgen haben: Zum einen ist der effektive Zins geringer als der in der Werbung angegebene nominale Zins, da keine jährlichen Zinserträge mitverzinst werden. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die auf einmal ausgezahlten steuerpflichtigen Zinsen den Sparerpauschalbetrag übersteigen.

Ein Beispiel: Ein Sparer hat noch einen Freibetrag von 420 Euro im Jahr offen und legt 40.000 Euro für fünf Jahre an, mit einem Zinssatz von 1,05 Prozent. Würde die Bank die Zinsen in Höhe von 420 Euro jährlich auszahlen, wären sie für den Sparer steuerfrei.

Angesammelt über die Laufzeit werden nach fünf Jahren 2100 Euro auf einmal ausgezahlt. Davon werden für 1680 Euro 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Und von den Zinseszinsen in Höhe von knapp 25 Euro könnte man der Familie immerhin eine Runde Eis spendieren.

mik/dpa
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