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Firmen-Mix auf drei Säulen

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aus DER SPIEGEL 18/1986

Es ist schon ein mächtiger Konzern, den der Aussteiger Friedrich Karl Flick zurückgelassen hat. Mit rund 42600 Beschäftigten und 9,7 Milliarden Mark Umsatz gehört die Feldmühle Nobel AG zu den drei Dutzend Größten der deutschen Industriegiganten. »Nobelmühle« wird die neue Gesellschaft bereits respektvoll genannt. Auf »drei Säulen«, rühmt Vorstandssprecher Heribert Blaschke, stehe der Konzern. Es sind drei traditionsreiche Namen: die Buderus'schen Eisenwerke in Wetzlar (seit 1731), die Feldmühle in Düsseldorf (1885) sowie Dynamit Nobel in Troisdorf (1865). Ihnen gehören rund 50 Fabriken und mehr als 100 Tochterfirmen oder Beteiligungen.

Doch es ist auch ein seltsamer Konzern. Die Firmen verbindet, außer dem ehemaligen Flick-Patronat, eigentlich gar nichts. Die Produkt-Palette offenbart den Firmen-Mix: Da werden Großküchen ("Juno") produziert und Klopapier ("Servus"). Edelstähle und Pappschachteln, Bodenbeläge und Jagdmunition, Heizkessel, Fensterprofile, Schleifmittel, Zahnimplantate, Zeitungspapiere, Sprengstoffe, keramische Katalysatoren und künstliche Hüftgelenke.

Die Aufsplitterung in viele Waren und Werke birgt Gefahren. So hat Dynamit Nobel viel Geld in die Silizium-Chemie gesteckt. Doch der Absatz von Reinstsilizium, der Stoff, aus dem die Chips bestehen, leidet unter dem Preisverfall in der Elektronikbranche. Auch der weltweite Papierboom läuft allmählich aus. Weil viele Produzenten neue Fabriken gebaut haben, drücken Überkapazitäten auf die Preise. Schließlich dämpft die flaue Baukonjunktur das Geschäft mit Heizkesseln von Buderus. Konzernchef Blaschke hingegen meint, in der Vielfalt der Programme stecke ein »Risikoausgleichspotential«. Ginge es etwa einer der Firmen mal schlecht, dann könnten die beiden anderen aushelfen.

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