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Firmenbesitz soll ausgegliedert werden

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aus DER SPIEGEL 46/1986

Die Deutsche Bank plant eine Umschichtung ihres staatlichen Beteiligungsbesitzes. Die Aktienpakete an Konzernen wie Daimler-Benz und Südzucker, Karstadt und Philipp Holzmann sollen in eine Holding eingebracht werden. In einem nächsten Schritt könnten Anteile dieser Vermögensgesellschaft über die Börse einem breiten Anlegerpublikum angeboten werden. Die beabsichtigte Ausgliederung des Firmenbesitzes und die breite Streuung haben einen politischen Hintergrund: Den Kritikern der Banken-Macht sollen die Argumente für eine Novellierung des Kreditwesengesetzes entzogen werden. Um den Einfluß der Geldhäuser auf die Industriekonzerne zu mildern, fordern SPD, Gruppierungen in der Regierungskoalition und die Sparkassenverbände, die Beteiligung der Banken an Unternehmen auf zehn Prozent zu begrenzen. Realisiert die Deutsche Bank das »Planspiel«, die Beteiligungen auszugliedern und Aktien der neuen Holding zu verkaufen, muß das nicht mit einem Machtverlust verbunden sein. Mit den Milliarden-Einnahmen könnten andere Unternehmensanteile gekauft werden. Und solange die Deutsche Bank an der geplanten Holding die Mehrheit besitzt, wird ihr Einfluß auf Industrie- und Handelskonzerne aller Branchen keineswegs geschmälert.

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