Firmenpleite Rüttgers geht auf BenQ-Manager los

Heftige Verbalattacke: NRW-Ministerpräsident Rüttgers hat dem taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ vorgeworfen, sich nicht um seine von der Entlassung bedrohten Mitarbeiter in Deutschland zu kümmern. Es rege ihn auf, dass BenQ-Manager "so tun, als ob sie mit dieser Geschichte nichts zu tun haben".


Berlin - Jürgen Rüttgers forderte den Konzern auf, sich an den Kosten für eine finanzielle Auffanglösung für die entlassenen Mitarbeiter zu beteiligen. "Die sollen gefälligst sich jetzt an den Kosten beteiligen, die man hier in Europa aus Anstandsgründen den Mitarbeitern gegenüber dann auch wirklich aufbringen muss", sagte Rüttgers, der auch CDU-Vize ist, in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen".

"Mich regt auf, dass diese BenQ-Leute da irgendwo in Taipeh sitzen und so tun, als ob sie mit dieser Geschichte nichts zu tun haben", sagte Rüttgers.

Ausdrücklich lobte er den Siemens-Konzern für seinen Einsatz, den im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort entlassenen Arbeitnehmern eine Perspektive zu bieten. "Ich will mal ausdrücklich sagen, dass sich Siemens an der Stelle fair verhält", sagte Rüttgers.

BenQ hatte im vergangenen Jahr die Handysparte des Siemens-Konzerns übernommen und im September Insolvenz für die Werke in Deutschland angemeldet. Betroffen sind rund 3000 Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Vorgänge wie um BenQ führten zu einer Vertrauenskrise, sagte Rüttgers. Manager und Politik hätten die dortigen Beschäftigten in der Sicherheit gewogen, ihre Arbeitsplätze würden erhalten. "Mich macht das wütend. Wie soll denn jemand, der jetzt seinen Job verliert, der nicht weiß, wie er seine Familie ernährt; wie soll der jemandem aus der Politik oder aus der Wirtschaft, der so etwas erzählt hat, noch glauben", sagte Rüttgers.

hen/ddp



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