Flaues Geschäft Deutsche Sex-Branche ist scharf auf Staatshilfe

Gratis-Konkurrenz aus dem Netz und dann auch noch Weltwirtschaftskrise: Die deutsche Pornoindustrie ist nach eigenen Angaben rückläufig - und imitiert deshalb eine Initiative aus den USA. Die dortige Sexindustrie hatte um ein Rettungspaket der Regierung gebeten.


Sex-Darsteller: "Der deutsche Pornofilm ist stark rückläufig"
AFP

Sex-Darsteller: "Der deutsche Pornofilm ist stark rückläufig"

Essen - Nach dem Vorstoß der US-Pornoindustrie bittet jetzt auch die deutsche Sex-Branche um eine staatliche Finanzspritze. "Wirtschaftliche Hilfe wäre sinnvoll", sagte Uwe Kaltenberg vom Bundesverband Erotik-Handel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Die Branche bestehe vor allem aus kleinen und mittelständischen Betrieben, die finanzielle Hilfen gut gebrauchen könnten, etwa für Fortbildungen.

Kaltenberg rechnet jedoch nicht damit, dass die Politik der Pornobranche unter die Arme greift. "Die Rettung von Opel ist für eine Wahl eben besser als die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Betrieben unserer Branche", sagte er.

Dem Bundesverband Erotik-Handel gehören dem Blatt zufolge 365 Mitglieder an. Darunter befinden sich Ladengeschäfte, Großhändler aber auch Pornofilm-Produzenten. Gerade die Filmproduzenten leiden laut Kaltenberg massiv unter der Konkurrenz aus dem Internet. "Der deutsche Pornofilm ist stark rückläufig", sagte er.

Anfang Januar hatte in den USA die dortige Pornoindustrie staatliche Finanzhilfen in Höhe von fünf Milliarden Dollar gefordert.

ssu/ddp/Reuters



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