Fleischindustrie Zoll deckt bundesweit erhebliche Arbeitsrechtverstöße auf

Seit dem Covid-19-Ausbruch beim Großschlachter Tönnies ringt die Branche um ihren Ruf. Die Ergebnisse einer groß angelegten Razzia der Finanzkontrolle macht ihnen die Sache nicht leichter.
Kühllager: Rechtsverstöße bei großen Unternehmen ebenso wie bei Mittelständlern

Kühllager: Rechtsverstöße bei großen Unternehmen ebenso wie bei Mittelständlern

Foto: Rocio Cuminao Rojas/ dpa

Der Zoll hat bei bundesweiten Kontrollen in der Fleischindustrie während der vergangenen vier Wochen erhebliche Verstöße gegen das Arbeitsrecht aufgedeckt. In mehr als 600 Fällen prüfe die Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls derzeit, ob Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten vorliegen, sagte der Leiter der Behörde, Tino Igelmann, der "Welt ". Bislang habe die Behörde dabei 21 Strafverfahren und 15 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Rechtsverstöße seien bei großen, namhaften Unternehmen ebenso aufgefallen wie bei mittelständischen Firmen, sagte Igelmann. Die Arbeitsrechtverstöße umfassten demnach unter anderem Schwarzarbeit, Urkundenfälschungen, illegalen Aufenthalt von Arbeitern in Deutschland und Verletzungen der Aufsichtspflicht.

Für die Schwerpunktprüfung kontrollierten dem Bericht zufolge rund 1400 Beamte die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in 150 Betrieben der fleischverarbeitenden Industrie. Auch Mitarbeiter kommunaler Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörden waren demnach beteiligt. Auch die Unterbringung von Mitarbeitern in Massenunterkünften sei zum Teil kontrolliert worden. Anlass der kurzfristig durchgeführten Aktion seien die im Mai bekannt gewordenen ersten Fälle von Corona-Infektionen in Schlachthöfen gewesen.

mik/AFP
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