Fliegender Wechsel Geschasster Ford-Chef übernimmt das Ruder bei Fiat

Der wegen schlechter Ergebnisse geschasste Ford-Europa-Chef Martin Leach hat bereits nach kurzer Zeit einen neuen Arbeitgeber gefunden. Er soll den Chef von Fiat Auto, Giancarlo Boschetti, ablösen.


Umzug nach Turin: Ex-Ford-Chef Leach (Links)
DPA

Umzug nach Turin: Ex-Ford-Chef Leach (Links)

Turin - Die seit Wochen kursierenden Gerüchte über einen Einstieg des bisherigen Chefs von Ford Europe in das Turiner Unternehmen hätten sich erhärtet, nachdem Leach angekündigt hat, das US-Unternehmen verlassen zu wollen, wie die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtet. Fiat wollte die Personalie bisher nicht kommentieren.

Ford hatte zuvor mitgeteilt, Leach wolle neue Herausforderungen suchen. Der 63-jährige Boschetti, der Ende 2001 zum Chef von Fiat Chart zeigen Auto ernannt worden war, wird Ende 2004 aus Altersgründen aus dem Unternehmen ausscheiden.

Dem Bericht zufolge soll es bereits seit geraumer Zeit Spannungen zwischen Fiat-Vorstandschef Giuseppe Morchio und Boschetti geben. Deshalb habe Morchio schon vor Monaten die französische Headhunter-Gesellschaft Eric Salmon & Partners mit der Suche nach einem Nachfolger für Boschetti beauftragt, hieß es.

Die Wahl sei bald auf Leach gefallen, der Kreisen zufolge bereits seit Wochen mit den Turinern in Verhandlungen steht. Wegen der kritischen Situation der Fiat-Autosparte sei es wahrscheinlich, dass Leach schon im September zum neuen Auto-Chef ernannt wird.

Das wird Leach einen gelungenen Einstieg ermöglichen, denn just zu diesem Zeitpunkt startet Fiat eine neue Modelloffensive.

Der 46-jährige Brite hatte nach dem jüngsten hohen Quartalsverlust in Höhe von 525 Millionen Dollar von Ford Europe am Dienstag angekündigt, das US-Unternehmen verlassen zu wollen. Er war seit 1979 bei Ford und hatte seit August 2002 als Präsident der Ford Europe die Tagesgeschäfte geführt.



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