Fliegender Wechsel Vorkötter geht zur "Frankfurter Rundschau"

Den Kampf gegen die renditehungrigen Käufer des Berliner Verlages hatte er vor wenigen Monaten verloren, der Abschied als Chefredakteur der "Berliner Zeitung" war daher nur noch eine Frage der Zeit. Jetzt verabschiedet sich Uwe Vorkötter. Er wird Chef der "Frankfurter Rundschau".


Berlin - Nach SPIEGEL-Informationen wird Uwe Vorkötter, bisher Chefredakteur der "Berliner Zeitung", Nachfolger des vor wenigen Stunden geschassten "Rundschau"-Chefredakteurs Wolfgang Storz. Die "Frankfurter Rundschau" ist zu 90 Prozent im Besitz der SPD-Holding DDVG, die allerdings derzeit auf der Suche nach einem Käufer für eine Mehrheitsbeteiligung an dem Traditionsblatt ist.

Redaktionschef Vorkötter: Unüberbrückbare Differenzen
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Redaktionschef Vorkötter: Unüberbrückbare Differenzen

Der Berliner Verlag hatte gestern bestätigt, dass Vorkötter die "Berliner Zeitung" verlässt. "Die Entscheidung hat sich angedeutet", sagte Geschäftsführer Peter Skulimma. Die Trennung sei in beiderseitigem Einvernehmen vereinbart worden, weil die Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des Blattes zu unterschiedlich gewesen seien, und zwar sowohl in strategischer als auch in inhaltlicher Hinsicht.

Derzeit würden intensive Gespräche mit einem Nachfolger geführt. "Die Gespräche sind bereits weit fortgeschritten." Verschiedene Namen machen die Runde. Als Favorit gilt unter anderen der stellvertretende Chefredakteur Hendrik Munsberg. Er ist seit 2002 Stellvertreter und war davor schon beim SPIEGEL und bei der "Süddeutschen Zeitung". Uwe Vetterick, derzeit noch "Bild"-Vize bis zum 31. Mai, dem ursprünglich ebenfalls Chancen eingeräumt wurden, ist inzwischen wohl aus dem Rennen.

Der künftige Redaktionschef wird sich auf jeden Fall den Vorstellungen der neuen Eigentümer des Berliner Verlags unterordnen müssen. Die Investorengruppe um den Briten David Montgomery hat dem Verlag für die nächsten Jahre exorbitante Gewinnziele vorgegeben. 2006 erwartet die Gruppe 14,5 Millionen Euro Profit, 2007 sollen es bereits 23,8 Millionen sein.

mik



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