Deutsche-Bahn-Konkurrent Flixtrain baut sein Netz auf 70 Ziele aus

Der private Fernzug-Anbieter will sein Angebot erweitern und drei neue Linien in Betrieb nehmen. Vom derzeit viel diskutierten Neun-Euro-Ticket wird Flixtrain aber nicht profitieren.
Flixtrain in Köln

Flixtrain in Köln

Foto: Christian Charisius/ dpa

Flixtrain, einziger privater Wettbewerber der Deutschen Bahn beim Betrieb von Fernzügen, baut sein Netz aus. Im Mai und Juni sollen drei neue Linien in Betrieb genommen werden. Zum Beispiel soll eine davon etwa Wiesbaden, Hildesheim und Offenbach von Berlin aus anfahren. Bereits für den 19. Mai ist eine Verbindung zwischen Hamburg und Stuttgart angekündigt. Das schreibt Flixtrain in einer Mitteilung.

Die Stuttgarter Strecke wird von der Schienenverkehrsgesellschaft (SVG) betrieben. Zwischen Berlin und Wiesbaden arbeitet Flixtrain mit der Netzwerkbahn Sachsen (NES) zusammen.

Erstmals nach Basel

Insgesamt 70 Haltestellen sollen so künftig zum Netz gehören. Außerdem wird ab 23. Juni auch Basel und somit das erste Ziel in der Schweiz angebunden. Zusätzlich soll die Zahl der täglichen Fahrten auf den bestehenden Strecken MünchenKöln – Hamburg und Hamburg – Berlin – Leipzig erhöht werden. Besonders gut ausgebaut ist das Netz damit im Ballungsraum Rhein-Ruhr sowie auf der Südweststrecke von Koblenz über das Rhein-Main-Gebiet bis Freiburg und Stuttgart.

Der Zeitpunkt der Mitteilung dürfte für den Bahn-Konkurrenten wichtig sein: Ebenfalls ab Juni gilt für drei Monate das Neun-Euro-Ticket, das zum Entlastungspaket der Bundesregierung gehört und Reisekosten auch in Zeiten von hohen Energiepreisen senken soll. Allerdings gilt das Neun-Euro-Ticket nicht für Fernverkehrszüge. Bei der Deutschen Bahn scheiden damit ICE-, Intercity-oder EC-Verbindungen aus – und Flixtrain ist überhaupt nicht mit dem subventionierten Ticket nutzbar.

Die Flix SE mit Sitz in München hat ihr Geschäft 2012 mit Fernbussen (Flixbus) begonnen und bietet Buslinien in Europa sowie Zugverkehr in Schweden an. Seit 2018 tritt Flix mit Fernbahnverbindungen in Konkurrenz zur Deutschen Bahn.

In den ersten Jahren war das Geschäft durch zahlreiche Zukäufe anderer Verkehrsanbieter geprägt, unter anderem auch Postbus von der Deutschen Post im Jahr 2016. Die Reisebeschränkungen in der Coronapandemie haben dazu geführt, dass das Geschäft monatelang ruhen musste.

Seit März 2021 wird der Betrieb allmählich wieder auf- und ausgebaut. Im selben Jahr übernahm Flix auch den US-Marktführer für Fernbusse, Greyhound.

mamk