Flug-Chaos Streik auf allen Großflughäfen

Im Tarifstreit mit der Lufthansa will die Gewerkschaft Ver.di am Donnerstagmorgen alle größeren Flughäfen in Deutschland lahmlegen. Die Lufthansa-Führung reagierte empört.


Stillstand: Am Donnerstagmorgen sollen die größten deutschen Flughäfen bestreikt werden
AP

Stillstand: Am Donnerstagmorgen sollen die größten deutschen Flughäfen bestreikt werden

Frankfurt am Main – Ab 05.00 Uhr morgens müsse an den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Berlin und Stuttgart mit erheblichen Einschränkungen des Luftverkehrs gerechnet werden, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Kahmann. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt seien mit Beginn der Frühschicht Lufthansa-Beschäftigte bei Passage, Kabine, Catering, Technik und Fracht zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft war am Dienstag nach der vierten Gesprächsrunde aus den Tarifverhandlungen für die 52.000 Beschäftigten der Lufthansa ausgestiegen. Die Lufthansa habe kein neues und verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, sagte Kahmann zur Begründung.

Die Lufthansa nannte die Ankündigung der Protestaktionen "völlig überzogen und unverständlich". Wer unbeirrt an solchen Forderungen festhalte, verkehre die Wachstumsstrategie ins Gegenteil, sagte Personalvorstand und Verhandlungsführer Stefan Lauer.

Ver.di war Ende Oktober mit der Forderung von neun Prozent mehr Geld sowie nach einer vom Unternehmenserfolg abhängigen Gewinn-Beteiligung in die Gespräche gegangen. Die Lufthansa lehnt dies angesichts der Konjunkturflaute und der Risiken eines drohenden Irak-Krieges als überzogen und unrealistisch ab.

Die Geschäftsleitung hat angeboten, die Einkommen Anfang 2003 um 2,4 Prozent und gegen Ende dieses Jahres noch einmal um 1,5 Prozent zu erhöhen. Zudem sei eine Ergebnisbeteiligung von durchschnittlich 1,6 Prozent eines Jahreseinkommens angeboten worden, wie die Lufthansa mitteilte. Für die Monate November und Dezember 2002 sei eine Einmalzahlung vorgeschlagen worden.

Bei den Tarifverhandlungen 2001 hatten sich Ver.di und die Lufthansa auf Einkommenserhöhungen für die Beschäftigten am Boden und in der Kabine von drei Prozent geeinigt. Die Pilotengewerkschaft Cockpit hatte dagegen zweistellige Steigerungen für Flugzeugführer und Flugingenieure mit Streiks durchgesetzt.



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