Flughafen-Ausbau Frankfurt Chemiefirma stimmt endlich Werksverlagerung zu

Der Frankfurter Flughafen arbeitet am Rande seiner Kapazitäten. Nun ist nach langem Hin und Her die entscheidende Hürde für den Ausbau genommen: Ein Chemieunternehmen stimmte der Verlagerung seines in der Einflugschneise der neuen Landebahn gelegenen Werkes zu.


Frankfurt/Main - Derzeit arbeitet der Frankfurter Flughafen an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Mit dem Bau der neuen Landebahn im Nordwesten des Flughafengeländes soll die Kapazität um rund 50 Prozent angehoben werden. Nach derzeitiger Planung soll die neue Landebahn 2010 in Betrieb gehen. Für den Flughafenausbau, der auch ein neues Terminal vorsieht, sind insgesamt mehr als drei Milliarden Euro veranschlagt.

Lufthansa-Cargo-Maschine am Flughafen Frankfurt/Main: Fraport zahlt 650 Millionen Euro für Verlegung des Ticona-Werks
DDP

Lufthansa-Cargo-Maschine am Flughafen Frankfurt/Main: Fraport zahlt 650 Millionen Euro für Verlegung des Ticona-Werks

Das Ticona-Chemiewerk gilt wegen der Risiken bei einem möglichen Flugzeugabsturz als eines der größten Hindernisse für den Ausbau. Nun hat das Chemieunternehmen der Verlagerung seines Werks zugestimmt. Zugleich habe Ticona zugesichert, nach Abschluss eines endgültigen Vertrages alle Einwendungen und Klagen gegen den Ausbau des Flughafens zurückzunehmen.

Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, wurde der Umzug von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) eingefädelt. Das Chemiewerk werde seine Produktion in den Frankfurter Stadtteil Höchst verlagern, hieß es. Geplant sei, dass Ticona die für den Ausbau nötigen Grundstücke gleich nach Vertragsabschluss an die Flughafengesellschaft überträgt, die übrigen Liegenschaften bis Juni 2011. Als Gegenleistung werde die Fraport AG 650 Millionen Euro zahlen. Ein Teilbetrag in Höhe von 20 Millionen Euro werde noch in 2006 fällig, damit Ticona umgehend mit der Planung der Werksverlagerung beginnen könne, teilte der Flughafenbetreiber mit.

Außerdem würden Mitarbeiter von Ticona, die im Rahmen der Betriebsverlagerung nicht übernommen werden könnten, von einer noch zu gründenden Beschäftigungsgesellschaft des Flughafenbetreibers übernommen, an der sich auch das Land Hessen beteiligen werde.

Der Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft des Flughafens Fraport Chart zeigen werde Mitte Dezember über die Absichtserklärung entscheiden. Die endgültigen Verträge sollen dann auf Grundlage dieser Erklärung im ersten Quartal 2007 ausgehandelt und der Hauptversammlung der Fraport AG Ende Mai vorgelegt werden.

ase/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.