Berliner Skandalflughafen Hunderte Millionen Euro für Bauberatung beim BER

Der geplante Hauptstadtflughafen BER ist ein legendär teures Projekt. Nach SPIEGEL-Informationen verdienen daran auch Berater und Gutachter sehr viel Geld.
Baustelle des Hauptstadtflughafens BER: "Außerbilanzielle Geschäfte"

Baustelle des Hauptstadtflughafens BER: "Außerbilanzielle Geschäfte"

Foto: Bernd Settnik/DPA

Die Berliner Flughafengesellschaft FBB hat nach SPIEGEL-Informationen im Jahr 2018 insgesamt 174 Millionen Euro für Berater- und Gutachterleistungen bereitgestellt, aber nicht bilanziert. Ein Jahr zuvor waren es sogar 346 Millionen Euro.

Die Summen werden nur im Anhang des Geschäftsberichtes als "außerbilanzielle Geschäfte" erwähnt, sind also nicht Bestandteil der Konzernbilanz. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, es handle sich im Wesentlichen um Leistungen für den Skandalflughafen BER, etwa Technische Infrastruktur und die Ausbauprojekte.

Mangelnde Transparenz hat auch der emeritierte Wirtschaftsprofessor Hans Georg Gemünden festgestellt. Er hat das Rechenwerk der Flughafengesellschaft analysiert und mit den Unterlagen anderer deutscher Airports verglichen. Während die Flughafengesellschaften Hamburg und Düsseldorf mit der Luftfahrt immerhin kleine Gewinne erwirtschaften, produziert der Berliner Flugbetrieb seit 2006 nur Verluste - bis heute 1,59 Milliarden Euro.

Der bilanzierte Wert des seit mehr als sieben Jahren brachliegenden BER habe sich aber von 2011 bis 2018 nahezu verdoppelt, von 2,5 Milliarden auf 4,9 Milliarden Euro. Gemünden hält das für womöglich "weit überhöht". Er rechne damit, dass die Manager zur Inbetriebnahme des BER eine erhebliche Wertberichtigung vornehmen müssen, "weil zwar viel verbaut, aber schließlich kein neuer Flughafen seitdem gebaut wurde".

Die Betreiber beteuern dagegen, korrekt nach "handelsrechtlichen Vorschriften" gehandelt zu haben.