Personalmangel am Frankfurter Flughafen Auch im Frachtverkehr fallen Flüge aus

Das Chaos an deutschen Flughäfen hat nun auch Auswirkungen auf die Luftfracht – zumindest in Frankfurt. Flugverlegungen, -ausfälle und ein befristetes Embargo auf einige Tiere sind die Folge.
Mitarbeiter von Fraport verladen eine Box in einen Airbus

Mitarbeiter von Fraport verladen eine Box in einen Airbus

Foto:

Silas Stein / dpa

Die aktuellen Abfertigungsprobleme am Frankfurter Flughafen haben auch Auswirkungen auf den Luftfrachtverkehr.

Eine Maßnahme, um das Gesamtsystem zu stabilisieren, sei, dass neben Passagier- auch einzelne Frachtairlines Flüge etwa aus Spitzenzeiten in verkehrsärmere Zeiten verlegen oder streichen, sagte eine Sprecherin des Flughafens der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage. Mit Blick auf den Personalmangel werde bei den Abfertigungen von sowohl Passagier- als auch von Frachtmaschinen geschaut, wo der Bedarf am größten sei, und das Personal dann entsprechend eingesetzt.

Embargo auf verschiedene Tiere

Der Betrieb der Frachtairline Lufthansa Cargo sei durch den Personalmangel in Frankfurt »empfindlich« gestört, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Am Freitag habe es demnach vier Flugstreichungen bei Frachtverbindungen sowie einige Verspätungen gegeben.

Um Last aus dem System zu nehmen, sei nun außerdem bis zum 10. Juli ein Embargo auf verschiedene Tiere gesetzt. »Wir analysieren die Situation am Hub Frankfurt weiterhin sehr genau und werden weitere Maßnahmen ergreifen, falls erforderlich«, sagte die Sprecherin.

Fehlende Mitarbeiter etwa bei der Gepäckabfertigung oder auch an den Sicherheitskontrollen haben in Frankfurt und auch an anderen deutschen Flughäfen zum Start der Hauptreisezeit zu teils chaotischen Zuständen geführt. Auch im europäischen Ausland ist die Situation im Luftverkehr angespannt. Wegen des hohen Passagieraufkommens warnte der Frankfurter Flughafen am Samstag auf Twitter vor Störungen und längeren Wartezeiten.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Luftfahrt steckt im Dilemma. Mit Abebben der Coronapandemie, die den Wirtschaftszweig lange lahmgelegt hat, beabsichtigt die Branche, endlich durchzustarten. Doch stattdessen kommt es zu Flugstreichungen, Verspätungen und Warteschlangen. Als Knackpunkt gelten Personalmangel und Engpässe bei Sicherheitskontrollen, Check-in und Flugzeugabfertigung. Nach Angaben des Flughafenverbands ADV ist dort etwa jede fünfte Stelle unbesetzt.

Die Lufthansa hatte zuletzt angekündigt, mehr als 2000 weitere Flüge an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München zu streichen – unter anderem auch, weil sich vermehrt Besatzungen wegen Coronafällen krankmelden. Schon vor gut drei Wochen hatte sie angekündigt, 900 Verbindungen an Freitagen und Wochenenden im Juli zu canceln. Auch die Billigtochter Eurowings rechnet mit weiteren Streichungen.

svs/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.