Flughafen Parchim Chinesischer Investor zahlt nicht

Er war die große Hoffnung für den kleinen Flughafen im mecklenburgischen Parchim, doch es ist unklar, ob er sie erfüllt: Zwar nutzt der chinesische Investor Pang den Flughafen schon eifrig, gezahlt hat er aber bislang noch nichts.


Parchim - Die am 15. Dezember fällige erste Rate in Höhe von zwölf Millionen Euro sei nicht eingegangen, sagte ein Sprecher des Landkreises Parchim heute. Investor Jonathan Pang Yuliang habe den neuerlichen Zahlungsverzug auf eine ausstehende Genehmigung der chinesischen Regierung zurückgeführt, die wegen des Besuchs des Dalai Lama in Deutschland verstimmt sei.

Eröffnungsplakat am Flughafen Parchim: Landkreis wartet auf 30 Millionen Euro
DPA

Eröffnungsplakat am Flughafen Parchim: Landkreis wartet auf 30 Millionen Euro

Die chinesischen Investoren hatten im Sommer den Flughafen für 30 Millionen Euro vom Landkreis gekauft und sich zu Investitionen von rund 70 Millionen Euro verpflichtet. Seitdem wartet der Landkreis als Verkäufer auf das Geld.

Dennoch stehe der Landkreis weiter zu Pangs Unternehmen LinkGlobal Logistics, hieß es. Immerhin starteten und landeten wöchentlich zwischen zwei und fünf Frachtmaschinen der chinesischen Gesellschaft in Parchim. Inzwischen habe allerdings auch eine deutsche Logistikfirma Interesse am Flughafen bekundet. Im Januar solle entschieden werden, wie es weitergehe.

Parchim sollte nach Plänen der Chinesen zu einem internationalen Drehkreuz für den Frachtflugverkehr werden und auf längere Sicht 1000 Arbeitsplätze bieten. Der Flughafen liegt auf halbem Weg zwischen Hamburg und Berlin, hat eine 3000 Meter lange Landebahn für Großmaschinen, eine Nachtbetriebserlaubnis sowie gute Anbindungen an Eisenbahn, Autobahn und Seehäfen.

Seit 1994 sind mehr als 36 Millionen Euro an Landesfördermitteln in den Flughafen geflossen. Im März 2005 hatte der Landkreis die vorher als Betreiber tätige britische Plane Station Group abgelöst und den Airport übernommen. Seitdem nennt sich der Flughafen Schwerin-Parchim Baltic Airport.

Der Flugplatz existiert seit 1934, als dort erste Gleitflugzeuge starteten und landeten. Später wurde er Luftwaffenstützpunkt der Wehrmacht. Durch mehrere Bombenangriffe der US-Luftwaffe wurde er im April 1945 zerstört. Vier Jahre später wurde auf dem wieder aufgebauten Flughafen ein sowjetisches Jagdbomberregiment stationiert. Seit der Wiedervereinigung laufen Bemühungen um eine rentable zivile Nutzung.

sam/AP



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