Flugmesse in Farnborough Deals über 30 Milliarden Euro

Große Flieger, große Deals: Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough wurden Aufträge im Gesamtvolumen von 30 Milliarden Euro vergeben, teilte das Management heute mit. Doch auch Laien konnten sich gut amüsieren: Zum Abschluss gab es eine atemberaubende Flugshow.


Farnborough - Die Veranstalter der diesjährigen Luftfahrtmesse im britischen Farnborough sind zufrieden: Bei der einwöchigen Messe seien Abschlüsse im Wert von umgerechnet mehr als 30 Milliarden Euro angekündigt worden, teilte die Farnborough International Airshow (FIA) mit. Dazu gehörten neben Flugzeug-Bestellungen der großen Hersteller Airbus und Boeing auch Aufträge im Rüstungsbereich sowie in der Raumfahrt.

Die FIA gehört neben Paris-Le Bourget, Berlin-Schönefeld und Singapur zu den vier großen Luftfahrtausstellungen der Welt. In diesem Jahr waren bis Sonntag 1480 Aussteller aus 35 Ländern dabei. Der europäische Airbus-Konzern fuhr nach eigenen Angaben Festbestellungen und Kaufzusagen im Gesamtwert von rund 17 Milliarden Euro ein. Die US-Konkurrenz Boeing Chart zeigen sprach in einer vorläufigen Bilanz von mehr als 4,6 Milliarden Euro Auftragswert.

Vor allem für Airbus war die Messe aber noch aus einem anderen Grund wichtig: Denn nach der schweren Krise der EADS Chart zeigen-Tochter, die durch erneute Lieferverzögerungen beim A380 hervorgerufen wurde, konnte das Unternehmen erfolgreich um Vertrauen werben. So erklärte die Fluglinie Singapore Airline etwa, eine Option auf neun A380 einlösen zu wollen.

Der europäische Flugzeughersteller ist wegen der technischen Probleme ins Hintertreffen mit seinen Auslieferungen des umstrittenen Riesenfliegers geraten. So sollen nach früheren Angaben 2007 statt 20 bis 25 A380-Maschinen maximal neun abgeliefert werden. Sorge bereitet beim weltgrößten Passagierflugzeug vor allem die Elektronik.

Die Probleme bei der Verkabelung und Elektronik des neuen Airbus-Großraumflugzeugs A380 soll nun der neue Projektmanager Rüdiger Fuchs in den deutschen Werken lösen. Der 40-Jährige habe die operative Aufgabe, alle A380-Arbeiten in Deutschland zusammenzuführen, sagte der Sprecher von Airbus Deutschland, Arndt Hellmann, der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen entsprechenden SPIEGEL-Bericht. Fuchs sei bereits vor einigen Wochen mit dieser Aufgabe betraut worden, ergänzte er.

Die Teams um Manager Fuchs hätten "extrem lange Arbeitszeiten", erklärte Hellmann weiter. Besonders im Bereich Kabinenausstattung würden die "Ärmel aufgekrempelt". Dagegen werde in den Werken die Produktionsverzögerungen beim A380 durch Abbau von Überstunden oder der Versetzung von Mitarbeitern in andere Fertigungsteams aufgefangen, bekräftigte der Sprecher frühere Angaben. Der Gesamtbetriebsrat von Airbus Deutschland hatte wegen der Lieferverzögerungen beim A380 die Einhaltung des 2003 geschlossenen Beschäftungspaktes angemahnt.

ase/dpa



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