Auswertung von Fluggastportal Deutsche Airlines verschleppen Erstattung von Tickets besonders häufig

Verspäten sich Flüge stark oder fallen ganz aus, haben Fluggäste ein Recht auf Erstattung. Nun legt eine Auswertung nahe: Deutsche Airlines gehören bei der Auszahlung zu den Schlusslichtern.
Verspätung am Flughafen: Verschleppen Airlines die Erstattung?

Verspätung am Flughafen: Verschleppen Airlines die Erstattung?

Foto: Michael Hanschke/ dpa

Deutsche Airlines verschleppen laut einer Auswertung des Portals Flightright die Erstattung von Tickets besonders häufig. Lufthansa, TUIfly, Eurowings und Condor landeten bei der Auswertung auf den hinteren Plätzen, wie Flightright mitteilte. Den letzten Platz belegt die ungarische Airline Wizz Air.

Während die Direktfluganbieter Ryanair und Easyjet in 77 beziehungsweise 70 Prozent der eingereichten Anträge bereits gezahlt hätten, sei die Lufthansa nur bei 30 Prozent auf die Forderungen eingegangen, teilte das Portal mit.

TUIfly kommt demnach auf eine Erstattungsquote von 34 Prozent, Condor auf 40 Prozent und die Lufthansa-Tochter Eurowings auf 41 Prozent.

Die ungarische Wizz Air habe nur in zwölf Prozent der Fälle gezahlt.

Das Portal Flightright übernimmt Fälle anspruchsberechtigter Passagiere, deren Flüge mehr als drei Stunden verspätet oder kurzfristig abgesagt wurden. Gegen eine Beteiligung werden die Ansprüche nach der EU-Fluggastverordnung dann bei den Airlines eingereicht und teilweise auch mit Prozessen durchgesetzt.

Das Rechtsunternehmen nennt aber keine absoluten Fallzahlen für die vorliegende Auswertung und beruft sich dabei auf Wettbewerbsgründe.

Veraltete Verfahren statt Digitalisierung?

Flightright-Expertin Claudia Brosche kritisierte in der Mitteilung vor allem die Lufthansa, die vor der Coronakrise eigentlich zügig erstattet habe. Nunmehr berufe sie sich beispielsweise auf veraltete Verfahrensweisen, die bei vielen anderen Airlines längst digitalisiert seien. Die »Verzögerungstaktik« verwundere und werfe ein schlechtes Licht auf die größte deutsche Airline.

Die Lufthansa wies die Vorwürfe zurück. Seit Anfang 2021 sei die Zahl der noch offenen Erstattungen auf einen Wert wie vor der Pandemie zurückgegangen und die Ansprüche würden in der Regel in der gesetzlichen Frist erfüllt, erklärte ein Sprecher. 2021 seien 1,5 Milliarden Euro erstattet worden. In vielen Fällen sei eine automatische Erstattung möglich.

Die TUIfly, die in ihrem Onlineangebot eine automatisierte Erstattung integriert hat, wollte die Vorwürfe nicht kommentieren.

jlk/dpa
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