Flugzeug-Show Boeing präsentiert Flieger für die XXL-Langstrecke

Die Zeiten, in denen die Fertigstellung eines Flugzeugmodells ein kunstloser Vorgang war, der allenfalls Ingenieure begeisterte, sind endgültig vorüber: Neben Airbus macht auch Boeing vor, wie man die Vorstellung neuer Jettypen als Mega-Event mit Blitz und Show-Donner zelebriert. In der Nacht war es wieder soweit.


Everett - Selbst Weiterentwicklungen von bestehenden Flugzeugtypen werden inzwischen im Hollywood-Stil gefeiert - gerade so, als hinge die Zukunft der zivilen Luftfahrt davon ab. Boeing Chart zeigen hatte denn auch kein völlig neues Flugzeug vorzustellen, als der US-Konzern am Abend in sein Werk Everett einlud - sondern eine neue Version der bestehenden 777.

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Flugzeug-Show: Boeing präsentiert Flieger für die XXL-Langstrecke

Einen Superlativ allerdings kann die 777-200LR bieten: Kein Passagierflugzeug der Welt kann so lange Strecken fliegen wie sie. So schafft der Jet, schmissig "Worldliner" getauft, Strecken wie London-Sydney ohne Zwischenlandung. Es gebe keine einzige Städteverbindung auf der Welt, sagte Boeing-Manager Lars Andersen, die für die neue 777 zu lang sei.

Boeing: Sparsamer als Airbus-Modelle

Ganz stimmt das nicht: Wenn die Windverhältnisse auf umgekehrter Strecke Sydney-London ungünstig sind, muss auch die 777 zum Tanken zwischenlanden. Ihre maximale Reichweite liegt laut Boeing bei 17.446 Kilometern. Das Zwei-Turbinen-Flugzeug kann mit drei Tanks ausgerüstet werden. Die 200LR wird mit General Electric GE90-115B-Turbinen betrieben- nach Herstellerangaben die kräftigsten Zivilflugzeugmotoren der Welt.

Supernase: Jungfernflug im März
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Supernase: Jungfernflug im März

Die neue 777 fasst 301 Passagiere, soll im März zum Jungfernflug starten und ab 2006 an Kunden ausgeliefert werden. Das erste Modell wird an Pakistan International Airlines gehen. Der "Wordliner" wird im Werk Everett beim früheren Boeing-Zentralsitz Seattle hergestellt. Dort werden auch die 767 und die 747 gefertigt - beide Programme haben ihre Glanzzeiten hinter sich.

Die 777-200LR tritt gegen die Airbus-Modelle A340-600 und A340-500 an. Nach Boeing-Darstellung verbraucht das eigene Flugzeug verglichen mit dem europäischen Konkurrenten 15 bis 18 Prozent weniger Kerosin pro Sitzmeile.

Matthias Streitz



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