Flugzeugbau China plant Konkurrenz für Airbus und Boeing

Die Vorherrschaft von Boeing und Airbus auf dem internationalen Flugzeugmarkt ist möglicherweise nur noch eine Frage der Zeit. Die chinesische Führung hat Pläne zur Entwicklung eines großen Passagierflugzeugs gebilligt.


Peking/Frankfurt am Main - Die Entscheidung sei bei einer Kabinettssitzung unter Vorsitz von Ministerpräsident Wen Jiabao getroffen worden, hieß es in einer heute auf der Website des Staatsrats veröffentlichten Erklärung. Nach Angaben der staatlichen Zeitung "China Daily" sollen die in China entwickelten und gebauten Flugzeuge bis zu 150 Passagiere aufnehmen können. Das Projekt solle so bald wie möglich anlaufen.

A380: Auf dem Frankfurter Flughafen beginnen die Tests für die Alltagstauglichkeit
AP

A380: Auf dem Frankfurter Flughafen beginnen die Tests für die Alltagstauglichkeit

Bei der Sitzung wurde laut Staatsrats-Erklärung ein Plan zur Gründung eines Flugzeugbau-Unternehmens verabschiedet. Die seit 50 Jahren bestehende Luftfahrt-Industrie Chinas verfüge über die entsprechenden technischen und materiellen Möglichkeiten, hieß es weiter. Die Kabinettsitzung fand den Angaben zufolge bereits am 26. Februar statt. Es wurde nicht mitgeteilt, warum die Entscheidung erst jetzt öffentlich gemacht wurde.

Der Airbus A380, startet unterdessen heute vom Frankfurter Flughafen aus zu seinem ersten Langstreckenflug mit Passagieren. Unter den über 500 Fluggästen sind geladene Gäste sowie Mitarbeiter von Lufthansa und Airbus. Die Reise geht nach New York. Es wird die erste Landung des Super-Airbus in den USA sein. Weitere Flüge führen unter dem Banner der Lufthansa bis zum 28. März jeweils über Frankfurt nach Hongkong, Washington und München.

Mit den Flügen wollen Airbus und Lufthansa das neue Flugzeug unter realen Praxisbedingungen testen. Dazu werden auch die Abfertigungen an den Flughäfen geprüft, zudem gibt es diverse Rolltests auf dem Frankfurter Flughafengelände.

A380 startet nach New York

Der A380 soll von Oktober an bei Singapore Airlines im Linienbetrieb eingesetzt werden. Die Lufthansa wird voraussichtlich 2009 die erste Maschine dieses Typs ausgeliefert bekommen.

Für die Fluggesellschaft Malaysian Airline System (MAS) kommt die Auslieferung indes möglicherweise zu spät. Einem Zeitungsbericht zufolge wird die Fluglinie voraussichtlich sechs A380 abbestellen, weil die neuen Liefertermine nicht mehr in den Zeitplan passen.

MAS würde den ersten A380 Ende 2009 geliefert bekommen, schrieb die Zeitung "Business Times". Die jüngsten Entwicklungen bei Airbus, dessen Mitarbeiter europaweit mit Streiks gegen Sparpläne protestierten, könnten die Liefertermine aber noch weiter verzögern, hieß es in dem Bericht. Die Abbestellung der Flugzeuge sei eine der möglichen Optionen. Es werde derzeit noch verhandelt. "Diese Flugzeuge sind wirklich teuer. Es gibt keinen Grund, das Geld der Steuerzahler zu verschwenden, wenn sie nicht mehr in die Pläne von MAS passen", zitierte die Zeitung eine nicht näher bezeichnete Quelle.

mik/AFP/Reuters/dpa



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