Flugzeugkäufe Airbus unterwirft sich islamischem Recht

Airbus sucht einem Pressebericht zufolge nach Möglichkeiten, wie die Finanzierung von Flugzeugkäufen mit islamischem Recht zu vereinbaren sein könnte. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit der kuwaitischen Investmentfirma Investment Dar soll dabei helfen.


Kuwait - Die Gespräche seien soweit fortgeschritten, dass der Abschluss schon im kommenden Monat bekannt gegeben werden könne, berichtete die kuwaitische Tageszeitung "Al-Rai" heute ohne Quellenangabe. Investment Dar solle 30 Prozent an dem Joint Venture halten, der europäische Flugzeughersteller 20 Prozent. Die restlichen 50 Prozent sollten im Rahmen einer Privatplatzierung verkauft werden. Das Gemeinschaftsunternehmen solle mit einem Kapital von umgerechnet 347 Millionen Dollar ausgestattet werden.

Airbus A380 in Le Bourget: Interesse der Kunden hat sich gekräftigt
AFP

Airbus A380 in Le Bourget: Interesse der Kunden hat sich gekräftigt

Investment Dar war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Eine Einigung würde die Möglichkeiten von zusätzlichen Verkäufen in den Nahen Osten erheblich erleichtern. Dort wie in Asien sind derzeit die dynamischsten Wachstumsmärkte zu finden. Am Rande der Luftfahrtschau in Le Bourget hatte Airbus eine ganze Reihe von Bestellungen unter anderem von Quatar Airways bekannt geben können.

Insgesamt stehen im bisherigen Jahresverlauf in den Airbus-Auftragsbüchern bereits 600 feste Bestellungen - 90 mehr als beim amerikanischen Konkurrenten Boeing. Die Bilanz des kommerziellen Teils der Messe sei die beste jemals, erklärte Airbus-Verkaufschef John Leahy.

Das Interesse der Kunden am Superjumbo A380 habe sich mit 13 zusätzlichen Aufträgen und Absichtserklärungen gekräftigt, hieß es. Wichtig für Airbus ist aber auch das Kundeninteresse am geplanten A350 XWG im hart umkämpften Segment der mittelgroßen Langstreckenflugzeuge. Insgesamt verbuchte Airbus 141 feste Bestellungen und 52 Kaufabsichten für den A350. Das neue Flugzeug geht erst ab 2013 an die Kunden, fünf Jahre später als das US-Konkurrenzmodell 787 Dreamliner. Beide Maschinen sind die ersten auf dem Markt, die zum großen Teil aus Kohlefaserverbundstoffen gefertigt werden. Deswegen sind sie leichter und verbrauchen weniger Sprit.

Nach der Auftragsflut auf der Pariser Luftfahrtschau rechnet Louis Gallois für dieses Jahr mit 900 festen Bestellungen. Damit wäre der Auftragseingang doppelt so hoch wie die schon am Limit laufende Flugzeugproduktion. Auch für die nächsten Jahre rechnet Airbus-Chef mit einem regelrechten Boom in der Branche. "In den kommenden zwei bis drei Jahren mangelt es uns an Lieferkapazität. Wenn wir für 2009 noch Kapazitäten für die A320 frei hätten, könnte ich wesentlich mehr Flugzeuge verkaufen", sagte er dem "Handelsblatt". "Wir teilen die Ansicht von Boeing, dass dieser Aufschwung länger andauern wird als die Boomphasen zuvor."

Die Nachfrage aus Asien sei immer noch sehr dynamisch und die großen US-Gesellschaften müssten ihre Flotten erneuern. "Dank ihrer finanziellen Gesundung haben sie jetzt auch die Mittel, das zu tun", sagte der Franzose. Zur besseren Anpassung der Produktionskapazität an die Konjunkturzyklen habe "ein signifikanter Teil unserer Beschäftigten Zeitverträge, um uns eines Tages einem möglichen Abschwung anpassen zu können", fügte er hinzu.

mik/Reuters/dpa-AFX



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