Förderung der Konjunktur Thailands Regierungschef verteilt Konsumschecks

Milde Gabe: Thailands Regierungschef Abhisit hat die Verteilung von Bar-Schecks gestartet. Acht Millionen Bürger sollen je 41 Euro erhalten - den zehnfachen Mindestlohn pro Tag. Tausende Oppositionelle forderten jedoch den Rücktritt von Abhisit.


Bangkok - Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajivahat hat am Donnerstag Bargeld-Schecks unter der Bevölkerung verteilt. Das Geld ist Teil des Konjunkturpakets und soll etwa acht Millionen Bedürftigen zugute kommen.

Freude über Konsum-Scheck: Zehnfacher Mindestlohn
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Freude über Konsum-Scheck: Zehnfacher Mindestlohn

Abhisit überreichte einem Antragsteller vor dem Gebäude der Sozialbehörde in Bangkok 2000 Baht, umgerechnet 41 Euro. Das ist etwa zehn Mal so viel wie der offizielle Mindestlohn pro Tag. Insgesamt sollen 16 Milliarden Baht (332 Mio Euro) an etwa acht Millionen Bedürftige verteilt werden.

"Ich rufe alle, die der Nation helfen wollen, auf, thailändische Produkte zu kaufen, thailändische Nahrungsmittel zu essen und in Thailand zu verreisen", sagte Abhisit. Dabei hatte er noch vor kurzem als Gastgeber der Südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN allen protektionistischen Maßnahmen den Kampf angesagt.

Am Mittwoch billigte das Kabinett ein weiteres Paket für Infrastrukturmaßnahmen zwischen 2010 und 2012 im Umfang von 31 Milliarden Euro. Die Exporte waren im Januar und Februar um 20 Prozent eingebrochen. Die Wirtschaft schrumpft nach den Prognosen der Regierung in diesem Jahr um drei Prozent.

Heftige Proteste gegen Abhisit

Die Verteilung der Gutscheine löste heftigen Widerstand der Opposition aus. Mehr als 20.000 Demonstranten forderten am Donnerstag vor dem Regierungssitz in Bangkok den Rücktritt von Abhisit.

Die Opposition lasse sich nicht kaufen, sagte ein Führer der Demonstranten: "Das wird nicht funktionieren. Wir werden solange protestieren, bis diese illegitime Regierung verschwunden ist."

Damit zeichnet sich eine spiegelverkehrte Situation zu den wochenlangen Unruhen des vergangenen Jahres ab, als die Parteigänger der jetzigen Regierung in der Opposition waren. Die Rothemden, wie sie nach ihrer politischen Symbolfarbe im Unterschied zu den "gelben" Monarchisten genannt werden, werfen der Regierung vor, im Dezember mit illegalen Mitteln an die Macht gekommen zu sein.

Sie unterstützen den ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, der 2006 bei einem Militärputsch gestürzt wurde und jetzt im Exil lebt. Während die "Gelben" zumeist den städtischen Eliten angehören, haben die "Roten" ihre soziale Basis auf dem verarmten Land.

cte/AP/dpa



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