Autos und Klimaschutz Förderung für Plug-in-Hybride könnte schon Ende des Jahres auslaufen

Plug-in-Hybride mit Verbrenner, Batterie und E-Maschine werden beim Kauf bezuschusst – dabei ist ihr Klimanutzen bestenfalls begrenzt. Der grüne Wirtschaftsminister Habeck will das zügig ändern.
Umstrittene Umweltengel: Ein Plug-in-Hybrid, Modell BMW X5 xDrive40e, beim Aufladen, Leergewicht rund 2300 Kilo

Umstrittene Umweltengel: Ein Plug-in-Hybrid, Modell BMW X5 xDrive40e, beim Aufladen, Leergewicht rund 2300 Kilo

Foto: Jan Woitas/ dpa

Das Bundeswirtschaftsministerium will staatliche Zuschüsse für Plug-in-Hybridfahrzeuge schneller streichen als bisher geplant. Die Zuschüsse für Fahrzeuge mit einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor sollen Ende 2022 auslaufen – anders als im Koalitionsvertrag vorgesehen.

Das geht aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Michael Kellner (Grüne) an Abgeordnete der Ampelkoalition hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zuerst hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« darüber berichtet.

Konkret sollen demnach die Fördersätze für rein batterieelektrische Fahrzeuge ab 1. Januar 2023 bis zum Jahr 2025 – wie im Koalitionsvertrag vorgesehen – degressiv ausgestaltet werden, also schrittweise sinken. Die Förderung für Plug-in-Hybridfahrzeuge ende aber bereits am 31. Dezember 2022, heißt es. Eine Förderung dieser Fahrzeuge in Abhängigkeit von der elektrischen Fahrleistung hätte zu »unverhältnismäßig hohem Aufwand geführt« und sei deshalb verworfen worden.

Im Koalitionsvertrag heißt es, die Förderung für elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride solle grundsätzlich so reformiert werden, dass sie ab 1. Januar 2023 ausschließlich für Fahrzeuge ausgegeben werde, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Dieser werde nur über einen elektrischen Fahranteil und eine elektrische Mindestreichweite definiert.

Oft kritisierte Subvention

Die Vorschläge aus dem Ministerium von Robert Habeck (Grüne) sind noch nicht innerhalb der Koalition abgestimmt und sollen nun in die Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung gegeben werden.

Vor allem an der Subventionierung von Plug-in-Hybridautos gibt es seit langem Kritik. Umstritten ist, wie viel sie wirklich im rein elektrischen Betrieb gefahren werden. Plug-in-Hybride sind oft schwere SUV. Wird die elektrische Komponente nicht genutzt, können sie sogar als nachteilig angesehen werden, weil die zusätzlichen Bauteile für ein höheres Fahrzeuggewicht und damit sogar für mehr Verbrauch sorgen.

mamk/dpa