Folge der Wirtschaftskrise Düstere Entwicklung auf Stellenmarkt setzt sich fort

Der Arbeitsmarkt ist im März weiter eingebrochen: Laut der Bundesagentur für Arbeit gab der Stellenindex BA-X im zehnten Monat in Folge nach. Der Rückgang verlangsamte sich zwar - doch Experten befürchten im Jahresverlauf einen drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit.


Nürnberg - Deutsche Unternehmen suchen immer weniger neue Mitarbeiter. Der Beschäftigungsindex BA-X sank von Februar bis März um vier auf 137 Punkte, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag mit. Damit lag der Index um 35 Punkte unter dem Vorjahresmonat und auf dem Niveau des Frühjahrs 2006.

Arbeitsagentur: Stellenindex BA-X auf niedrigstem Stand seit drei Jahren
DDP

Arbeitsagentur: Stellenindex BA-X auf niedrigstem Stand seit drei Jahren

Der BA-X, dessen Grundlage Stellenangebote der Unternehmen sind, gab damit bereits im zehnten Monat in Folge nach. Allerdings verlangsamte sich der Rückgang, im Januar hatte der Index acht Punkte, im Dezember und November fünf Punkte verloren. Der allmähliche Winterausklang könnte nach Einschätzung von Volkswirten im März zu einer leichten Verschnaufpause auf dem Arbeitsmarkt geführt haben. Laut BA ist jedoch "auch in den kommenden Monaten mit einem weiteren Beschäftigungsrückgang zu rechnen".

Die Arbeitslosenzahlen für März gibt die BA am Dienstag bekannt. Experten von Commerzbank und UniCredit halten einen Rückgang der Erwerbslosenzahl um bis zu 40.000 für möglich. Dagegen rechnen die Volkswirte der Allianz mit einem erneuten Anstieg um 18.000.

Einig sind sich die Experten, dass im weiteren Jahresverlauf ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um bis zu eine Million zu erwarten sei. Nach Einschätzung des Forschungsinstituts der BA könnte zum Jahresende unter schlechten Bedingungen die Marke von vier Millionen Arbeitslosen erreicht werden.

Ein Grund dafür sei neben der Wirtschaftsflaute auch das im Vergleich zu den Vorjahren relativ lang anhaltende Winterwetter. Angesichts der einbrechenden Nachfrage nach Produkten "Made in Germany" drosseln zahlreiche Industriefirmen ihren Ausstoß und schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. Inzwischen haben die ersten Firmen Massenentlassungen angekündigt.

Im Februar war die Zahl der Arbeitslosen um 63.000 auf rund 3,5 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,2 Punkte auf 8,5 Prozent erhöht.

cte/Reuters/AP/dpa



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chirin 17.01.2009
1. Das Konjunkturprogramm - Geldverschwendung oder Rettungsaktion?
Zitat von sysopDie Maßnahmen der Bundesregierung zur Finanz- und Wirtschaftskrise sind umstritten, ebenso wie der Kapitaleinsatz. Das neue Konjunkturprogramm: Reine Geldverschwendung oder eine notwendige Rettungsaktion?
Ganz klar, Geldverschwendung! Insbesondere das alberne Angebot der Verschrottungsprämie. Die Schrottfirma verkauft diese Fahrzeuge nach Afrika,Ägypten oder Ostblock und das natürlich für Gewinn, aber die Verseuchung des Luftraumes macht ja vor Deutschland nicht halt. Außerdem bemängel ich eine Kontrolle, ob auch Autos aus deutscher Fabrikation gekauft werden, nicht das die Chinesen noch reicher werden und Deutschland die Werke schließen muß. Das ist mal wieder von völlig geistlosen Politikern ausgeheckt worden. Wenn schon Hilfe, dann Gutscheine auf deutsche Produkte, damit deutsche Unternehmen wieder in die Puschen kommen und dadurch keine Entlassungen von in Deutschland wohnenden Arbeitnehmern erfolgen kann. Überdies, ich fahre einen tipp/topp DB - Jahrgang 1985. Der fährt und fährt und fährt. Ich müßte verrückt sein, das gute Stück gegen eine der heutigen Klamotten einzutauschen.
Michael Giertz, 17.01.2009
2.
Zitat von sysopDie Maßnahmen der Bundesregierung zur Finanz- und Wirtschaftskrise sind umstritten, ebenso wie der Kapitaleinsatz. Das neue Konjunkturprogramm: Reine Geldverschwendung oder eine notwendige Rettungsaktion?
Wie gesagt, all diese Konjunkturpakete würden weit mehr Einfluss haben und den Menschen helfen, würde man diese zur Reduzierung der Schulden der Bundesbürger verwenden, statt sie nahezu bedingungslos den Banken nachzuwerfen. Im Prinzip funktionieren Konjunkturpakete nicht, weil die Wirtschaft nunmal eine Mischung aus Chaoskonzept und Kopfsache ist: solange die Entscheider bei den Banken das Gefühl haben, es geht immernoch abwärts, kann sich daran nichts ändern. Höchstens eins: den Aufkauf der faulen Wertpapiere. Da bin ich aber völlig dagegen, mit dem Mist dürfen die Banken selber auskommen. Und wenn's dem Ackermann seinen Stuhl kostet und die Deutsche Bank pleite geht - mir soll's recht sein.
Huuhbär, 17.01.2009
3.
Zitat von sysopDie Maßnahmen der Bundesregierung zur Finanz- und Wirtschaftskrise sind umstritten, ebenso wie der Kapitaleinsatz. Das neue Konjunkturprogramm: Reine Geldverschwendung oder eine notwendige Rettungsaktion?
Ja. Dieses müssen alle in unmittelfristiger Zeit selbst auslöffeln. Was die egoistischen politische-wirtschaftliche Prominenz dazu behauptet, ist schlicht falsch. Wer ein Paket schnürt, dass 2500 Euro für ein altes Auto und 100 Euro für ein Kind verspricht. Dem kann man nur entgegen halten, dass dieses Missverhältnis tief blicken lässt. Diese Blase wird ebenfalls immer größer und platzt eines Tages. Was benötigt wird ist eine weltweite Systemumstellung in dem Finanzbereich, sonst wird den Völkern und Volkswirtschaften noch mehr Schaden zugefügt.
Huuhbär, 17.01.2009
4.
Ach ja, noch was. Die Kompromisse des Konjunkturpaketes werden weder die Binnenkonjunktur ankurbeln noch die Wirtschaftskrise abfedern. Erreicht ist lediglich momentan, dass die Regierungsparteien sich je zur Hälfte durchgesetzt haben. Ist für die jeweilige Regierung nach der Wahl einfacher den jeweiligen Hebel in ihr parteipolitisches Konzept umzulegen. Die überwiegende Mehrheit wird von dem KPII in der Realität so gut wie nicht profitieren, dafür in dem ganzen Prozess zerrieben. Für besser hielt ich es, den Menschen zu helfen, die durch die Krise unverschuldet in Not geraten werden – den Menschen wohl gemerkt -, nicht den Unternehmen, von denen nicht wenige verschulet und wissentlich in diese Schieflage gekommen sind (wie sich immer mehr abzeichnet – um es dezent auszudrücken: durch das falsch eingeschätzte Risiko). Das ganze ist doch nur noch ein Witz, aber die politische-wirtschaftliche Kaste der gesellschaftlichen Brandstiftern wird wohl wieder durchkommen und gewählt werden, während gesunde Unternehmen und Unternehmenskonzepte in der Zwischenzeit den Bach runter gehen.
MarkusW77 17.01.2009
5. Geldverschwendung!!
Weiß eigentlich irgendjemand, woher der Staat diese Milliarden jetzt nimmt? Bzw. auch die Zinszahlungen der schon vorhandenen Schulden gehen doch an die Banken, die als Gläubiger unserem Staat Geld geliehen haben. Und jetzt, wo alle Banken betroffen sind, also Geld brauchen....von wem leiht sich jetzt eigentlich der Staat das Geld??
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