Folgen der Wirtschaftskrise Autoabsatz bricht dramatisch ein

Die Krise bei den Autobauern nimmt verheerende Ausmaße an. Die Pkw-Neuzulassungen in Europa sind den siebten Monat in Folge eingebrochen - bei manchen Herstellern um mehr als 30 Prozent. Besonders schlimm erwischt es den Münchner Konzern BMW.


Brüssel/Rüsselsheim - Die Autobauer schlittern immer tiefer in die Krise: Wie der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) am Dienstag in Brüssel mitteilte, sank die Zahl der verkauften Neuwagen gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich um 25,8 Prozent auf 932.537 Fahrzeuge. Einen so starken Rückgang habe es seit 1999 nicht mehr gegeben. Der Verband bestätigte damit die Zahlen, die am Montagabend bereits vom Verband der Automobilindustrie (VDA) veröffentlicht worden waren.

Insignia-Produktion in Rüsselsheim: 10.000 Bestellungen
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Insignia-Produktion in Rüsselsheim: 10.000 Bestellungen

Die Opel-Mutter General Motors (GM) musste im November einen kräftigen Rückgang bei den Pkw-Neuzulassungen um 37,5 Prozent auf 76.383 Einheiten hinnehmen. Der Marktanteil ging von 9,7 auf 8,2 Prozent zurück. Ford hielt sich mit minus 19,6 Prozent auf 96.053 Stück noch vergleichsweise gut. Der Marktanteil stieg von 9,5 auf 10,3 Prozent.

Auch die deutschen Autobauer erlitten kräftige Einbrüche: Besonders schlimm erwischte es BMW mit einem Minus von 30,9 Prozent auf 50.801 Stück. Der Marktanteil der Münchner sank von 5,9 auf 5,4 Prozent. Daimler verzeichnete ein Zulassungsminus von 24,5 Prozent auf 53.826 Stück. Der Marktanteil stieg dennoch leicht von 5,7 auf 5,8 Prozent. Bei Volkswagen gingen die Zulassungen um 17,4 Prozent auf 213.196 Einheiten zurück.

Der Rückgang betraf den Angaben zufolge fast gleichermaßen Westeuropa sowie die Region der neuen EU-Staaten. Außer in Finnland, Polen und Tschechien lägen alle europäischen Märkte im Minus. Im Zeitraum von Januar bis November seien damit nun 13,8 Millionen Pkw neu zugelassen worden und damit 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch bei der GM-Tochter Opel: Arbeiter des Konzerns müssen in Rüsselsheim zu Sonderschichten an Samstagen antreten. Grund sei die hohe Zahl der Vorbestellungen für die neue Mittelklasselimousine Insignia, berichtet "Bild". Opel-Chef Hans Demant sagte der Zeitung zufolge: "Allein in Deutschland liegen bereits mehr als 10.000 Bestellungen vor, und mehr als eine halbe Million Interessenten waren bei Veranstaltungen und Opel-Händlern."

cvk/dpa/AP

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