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SCHADENSERSATZ Fonds für Asbestopfer?

aus DER SPIEGEL 32/2001

Der Essener RWE-Konzern will Asbestopfer oder deren Hinterbliebene möglicherweise über einen Fonds entschädigen. Allerdings, so die derzeitige Planung, müsse dies ein Entschädigungsfonds sein, der von der gesamten Industrie getragen wird. Nachdem der SPIEGEL vorige Woche über zwölf Todesfälle auf Grund von Asbestbelastung im RWE-Kraftwerk Niederaußem berichtete, hatten sich Politiker fast aller Parteien für eine solche Hilfe ausgesprochen. »Immerhin«, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Michael Müller, sei »RWE kein armes Unternehmen«; die Betroffenen sollten »wenigstens keine finanziellen Sorgen haben müssen«. Die Grünen im NRW-Landtag wollen darüber hinaus weitere Branchen untersuchen lassen. Konkurrenten von RWE wie E.on oder Chemie- und Automobilfirmen haben die Krebs erregenden Fasern zum Teil bis in die neunziger Jahre eingesetzt. Unterdessen hat RWE Zahlen von Asbestopfern auch anderer Kraftwerke vorgelegt. Danach sind seit Anfang der achtziger Jahre allein innerhalb des RWE-Konzerns 119 Mitarbeiter der Stromerzeugung von der Berufsgenossenschaft als Asbestopfer anerkannt worden. Zu verzeichnen seien »29 Asbestosen, 23 Fälle von Lungen- und 67 Fälle von Rippenfellkrebs«. Von den 119 Erkrankten sind inzwischen 85 verstorben. In vielen anderen Ruhrgebietsunternehmen hat jetzt erst die Recherche nach den Asbestopfern der vergangenen Jahrzehnte begonnen.

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