Ford Gute Quartalszahlen, verheerendes Jahresergebnis

Es ist die Ruhe vor dem Sturm: Kurz vor der Ankündigung eines radikalen Sparprogramms hat der krisengeschüttelte US-Autobauer Ford noch einmal überraschend gute Quartalszahlen vorlegen können. Das Gewitter ist dennoch absehbar. Insgesamt soll ein Viertel der Belegschaft gehen.


Detroit - Der Nettogewinn lag im vierten Quartal bei 124 Millionen Dollar und damit 19,2 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie Ford mitteilte. Pro Aktie erzielte Ford damit einen Gewinn von 0,08 Dollar, während Analysten nur 0,01 Dollar erwartet hatten. Der Quartalsumsatz erhöhte sich von 44,9 Milliarden auf 47,6 Milliarden Dollar.

Ford auf der Automesse in Detroit: 43 Prozent weniger Gewinn als 2004
REUTERS

Ford auf der Automesse in Detroit: 43 Prozent weniger Gewinn als 2004

Der Nordamerika-Verlust betrug im Schlussquartal noch 15 Millionen Dollar vor Steuern gegenüber 426 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. In dem Quartalsergebnis sind unter anderem 1,4 Milliarden Dollar Erlös aus dem Verkauf des Autovermieters Hertz enthalten sowie Restrukturierungskosten für Personalabbau in der Höhe von 962 Millionen Dollar.

Über das gesamte Jahr hinweg sank der Gewinn um 43 Prozent auf zwei Milliarden Dollar. 2004 hatte Ford noch 3,5 Milliarden Dollar verdient. In Nordamerika gab es 2005 vor Steuern einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar gegenüber einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar in 2004.

Angesichts dieses Jahresergebnisses können auch die guten Q4-Zahlen das harte Sanierungsprogramm nicht verhindern, das Ford heute vorstellen wird. Laut Presseberichten will das Unternehmen 29.000 Jobs streichen. Das ist gut ein Viertel der insgesamt aus 120.000 Mitarbeitern bestehenden Mannschaft. Zehn Fabriken sollen so geschlossen werden. Ganz oben auf der Streichliste stehen die Werke in Atlanta, Minneapolis, St. Louis, Wixom sowie St. Thomas in Kanada und Cuautitlan in Mexiko. Analysten erwarten außerdem, dass Ford verschiedene Modelle aus dem Programm nehmen wird.



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