Neues Klimaschutzpaket Forscher Edenhofer sagt EU-weiten Kohleausstieg bis 2030 voraus

Am Wochenende hat die EU eine Verschärfung ihrer Klimapolitik beschlossen. Diese dürfte laut dem Chef des Potsdam-Instituts den Abschied von der Kohleverstromung beschleunigen. Und bestimmte Güter dürften teurer werden.
Das Kohle-, Gas- und Dampfkraftwerk Hamburg-Tiefstack

Das Kohle-, Gas- und Dampfkraftwerk Hamburg-Tiefstack

Foto: IMAGO/Nikito

Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer hat das neue EU-Klimaschutzpaket als »echten Durchbruch« gewertet, sieht aber Bedarf zum Nachschärfen.

Natürlich hätten die Ziele noch ehrgeiziger sein können, sagte der Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) am Montag im Deutschlandfunk. Sehr wichtig sei jedoch, dass Europa nun mehrere Instrumente habe: neben einem strengeren Emissionshandel für Industrie und Stromsektor jetzt auch einen zweiten Emissionshandel für Gebäude und Verkehr sowie einen Klimasozialfonds. Diese könne und müsse man später nachschärfen.

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Aller Voraussicht nach werde es mit der Einigung vom Wochenende in Europa noch vor 2030 einen Kohleausstieg geben, sagte Edenhofer. Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich am frühen Sonntagmorgen auf eine Reform des EU-Emissionshandels geeinigt.

Demnach müssen Verbraucher und Unternehmen künftig häufiger für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO₂) bezahlen. So wird der bestehende Emissionshandel für Unternehmen, die für den CO₂-Ausstoß Verschmutzungszertifikate kaufen müssen, deutlich verschärft, indem die Zahl dieser Lizenzen schneller verringert wird als bislang geplant.

Dies könnte dazu führen, dass die Preise der Zertifikate steigen – und damit auch die Verbraucherpreise für Strom, Ziegel oder andere Güter, bei deren Herstellung große Mengen CO₂ emittiert werden.

Zudem soll das System auf das Heizen von Gebäuden und den Verkehr ausgeweitet werden. In Deutschland gilt ein ähnliches Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr bereits seit 2021.

Schließlich soll es einen europaweiten Klimasozialfonds geben. Er soll Mehrausgaben für Verbraucher durch die Energiewende wie etwa steigende Heizkosten abfangen und rund 86 Milliarden Euro umfassen.

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Die Regelungen für den Emissionshandel im Gebäude- und Verkehrssektor seien allerdings bislang »viel zu weich« – und der neue Klimasozialfonds »sicherlich nicht üppig« ausgestattet, kritisierte Edenhofer. Es sei aber gut, dass er geschaffen werde. Zudem gebe es nationale Programme, mit denen Verbraucher entlastet werden können.

che/dpa-AFX
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