Coronakrise Fraport-Chef setzt pauschale Quarantäne mit zweitem Lockdown gleich

Quarantäne statt ausgedehnter Testreihen - was sich aus der Perspektive der Politik wie eine gute Idee zur Schonung von Ressourcen anhört, findet bei Luftfahrt- und Tourismusunternehmen ein ganz anderes Echo.
Warteschlange vor dem Fraport-Testcenter: "Schritt in die völlig falsche Richtung"

Warteschlange vor dem Fraport-Testcenter: "Schritt in die völlig falsche Richtung"

Foto: Boris Roessler/ dpa

Der Chef des Frankfurter Flughafens hat die geplante Quarantäneanordnung für Reiserückkehrer als "Schritt in die völlig falsche Richtung" kritisiert. "Eine pauschal angeordnete Quarantäne bedeutet faktisch einen zweiten Lockdown für die Luftverkehrs- und Tourismusbranche und für alle Menschen, die über Ländergrenzen hinweg unterwegs sein müssen", erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwoch laut einer Mitteilung. Neben Urlaubern würden insbesondere Geschäftsreisende getroffen.

Schulte sprach sich dafür aus, die Testkapazitäten für das Coronavirus auszubauen. "Hier am Flughafen Frankfurt haben wir gezeigt, dass dieses System funktioniert. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Politik und Wirtschaft haben wir innerhalb kürzester Zeit die benötigte Infrastruktur geschaffen. Nur weil in einigen Fällen die Testkapazitäten knapp werden, ist es völlig falsch, die bereits aufgebaute Testinfrastruktur abzuschaffen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und mehrere Ressortkollegen aus den Ländern streben an, die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer abzuschaffen. Rückkehrer aus Risikogebieten sollen sich in Quarantäne begeben und diese künftig frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen. Im Moment gilt für diese Reisenden noch, dass sie die Quarantäne mit Vorlage eines maximal 48 Stunden alten Tests bei der Einreise oder durch einen in Deutschland auf Anordnung der Behörden gemachten Test umgehen können.

 

 

mik/dpa
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