Freigabe China erlaubt Verkauf von Blackberrys

Acht Jahre hat Research in Motion mit den Behörden gerungen. Jetzt warfen die Beamten des Informationsministeriums ihre Bedenken über Bord: Der Blackberry-Erfinder darf seine mobile E-Mail-Maschine in China verkaufen.


Toronto - RIM-Chef Jim Balsillie geht davon aus, die ersten Blackberry-Geräte in chinesischen Geschäften Ende des nächsten Monats verkaufen zu können. Man habe inzwischen bereits fast 5000 Vorbestellungen für das Gerät erhalten, sagte er auf einer Analystenkonferenz in der vergangenen Woche. Sie kämen hauptsächlich von Unternehmenskunden aus Peking, Shanghai und Guangzhou.

Blackberry-Gerät: 5000 Vorbestellungen

Blackberry-Gerät: 5000 Vorbestellungen

Die Genehmigung zum Verkauf kommt für RIM gerade noch zum rechten Zeitpunkt. Denn in den USA wird der Markt zunehmend schwierig. Besonders das iPhone des Konkurrenten Apple könnte den Blackberry alt aussehen lassen. Das mit großem Werbeaufwand in den Markt gebrachte Mobiltelefon ermöglicht nicht nur den Empfang von E-Mails und den Zugang zum Internet; auch Musik und Videos lassen sich damit abspielen. Attraktiv ist das iPhone nicht zuletzt durch sein Design und das Touch-Screen-Display. Analysten rechnen damit, dass AT&T in den kommenden drei Quartalen drei Millionen iPhones verkaufen könnte.

Die Verkaufszahlen der Blackberrys können da nur mit Mühe mithalten. Zwar stiegen die Abonnentenzahlen nach Angaben des Unternehmens allein im ersten Quartal um 1,2 Millionen. Insgesamt aber haben erst 9,2 Millionen Kunden den Blackberry-Dienst abonniert. Apple dagegen will über kurz oder lang mindestens zehn Millionen iPhones verkaufen.

Hinzu kommt, dass die Blackberrys erhebliche Sicherheitslücken aufweisen. Studien zufolge soll der Dienst leicht abzuhören sein. Der französische Energiekonzern Total hat aus diesem Grund ein absolutes Blackberry-Verbot für seine Mitarbeiter verhängt.

Ob sich diese Sicherheitslücke in China auf die Verkaufszahlen auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Eine enge Verbindung zum größten chinesischen Mobilfunkanbieter China Mobile soll dazu beitragen, die Verbreitung zu unterstützen. RIM denke auch über eine Produktion der Blackberry-Geräte in China nach.

mik/AP

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