Freigabe von Millionen Richter belohnen Vatikan für Geldwäsche-Kampf

23 Millionen Euro stehen wieder zur freien Verfügung: Weil der Papst die Finanzaufsicht des Kirchenstaats verschärft, hat ein italienisches Gericht einen zuvor gesperrten Millionenbetrag der Vatikanbank wieder freigegeben. Das Geld war wegen Geldwäscheverdachts eingefroren worden.

Papst Benedikt XVI.: Behörde im Kampf gegen Geldwäsche und Terror-Finanzierung
REUTERS

Papst Benedikt XVI.: Behörde im Kampf gegen Geldwäsche und Terror-Finanzierung


Rom - Der Papst persönlich hatte sich des Themas angenommen: Weil es massive Kritik an der Transparenz der Finanzgeschäfte des Vatikans gab, hat der Kirchenstaat eine neue Aufsichtsbehörde eingerichtet. Dieser Schritt wird nun belohnt. Ein italienisches Gericht hat 23 Millionen Euro der Vatikanbank wieder freigegeben, die im vergangenen Jahr wegen des Verdachts der Geldwäsche beschlagnahmt worden waren.

Bei den Ermittlungen ging es um verdächtige Überweisungen der Vatikanbank an eine deutsche Filiale der US-Bank J.P. Morgan in Höhe von 20 Millionen Euro sowie um einen weiteren Geldtransfer von drei Millionen Euro an die italienische Banca del Fucino im Jahr 2009.

Die Staatsanwaltschaft in Rom begründete die Freigabe des Millionenbetrags damit, dass eine neue Finanzbehörde im Vatikan gegen Geldwäsche und Terror-Finanzierung eingerichtet wurde, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Seit dem 1. April gelten in dem Kirchenstaat neue Regeln, die etwa bei Geldwäsche Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren und bei Terror-Finanzierung bis zu 15 Jahren vorsehen.

Ende 2010 hatte Papst Benedikt XVI. die neue Finanzbehörde gegründet, die internationale Regeln gegen illegale finanzielle Aktivitäten übernehmen und mit Aufsichtsbehörden anderer Länder zusammenarbeiten soll. Die Vatikanbank verwaltet normalerweise die Gelder der katholischen Orden und Verbände. Immer wieder gab es gegen die Bank Vorwürfe illegaler Finanzaktivitäten.

seh/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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weltbetrachter 01.06.2011
1. Eigenkontrolle ???
Der Vatikan kontrolliert sich wieder selbst - was soll da schon bei herauskommen ??? Die Vatikanbank muß wie jedes andere Geldinstitut unter "staatlicher UND internationaler Kontrolle" - FERTIG - und dann sehen wir mal, was da hinter den hohen Mauern des Schweigens alles so läuft. Möglicherweise soll aber das eine oder andere Engagement nicht an die Öffentlichkeit.
allereber 01.06.2011
2. Scheinheilig
Zitat von sysop23 Millionen Euro stehen wieder zur freien Verfügung:*Weil der*Papst die Finanzaufsicht*des*Kirchenstaats verschärft, hat ein italienisches Gericht einen zuvor*gesperrten Millionenbetrag der Vatikanbank wieder freigegeben. Das Geld war wegen Geldwäscheverdachts eingefroren worden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,766249,00.html
seit über tausend jahren wird im vatikan geld gewaschen. ablass,sklavenhandel,waffenhandel,zwangsarbeit,kinderarbeit,unterschlagungen,morde,rattenlinie,hexenverbrennungen,betrug und kinderschändung waren und sind teilweise noch heute an der tagessortnung.
ddkddk 01.06.2011
3. Wie konnte der Vatikan überhaupt in Verdacht kommen?
Das Istituto per le Opere di Religione (IOR) (deutsch Institut für die religiösen Werke) hat seit rund 30 Jahren einen zweifelhaften Ruf und war in verschiedene Skandale verwickelt. Klar ist, dass auch im Vatikan die Devise herrscht: "Geld regiert die Welt". Der naive Bürger erwartet eigentlich, dass eine Bank des Vatikans, insbesondere, wenn sie einen so hehren Namen trägt, über jeden Verdacht erhaben ist, weil sie so handeln müsste, wie es die Priester, die diese Bank lenken, ihren Anhängern verkünden und von ihren Anhängern fordern. Aber auch hier ist der Unterschied zwischen Verkündung und dem tatsächlichen Handeln dieser Priester auch nichts anders, als in den bekannten vieltausendfachen Kindsmisshandlungen durch dieses Personal.
spiegel-hai 03.06.2011
4. .typisch SPON
Zitat von sysop23 Millionen Euro stehen wieder zur freien Verfügung:*Weil der*Papst die Finanzaufsicht*des*Kirchenstaats verschärft, hat ein italienisches Gericht einen zuvor*gesperrten Millionenbetrag der Vatikanbank wieder freigegeben. Das Geld war wegen Geldwäscheverdachts eingefroren worden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,766249,00.html
was hat das mit "belohnen" zu tun? Es wirde lediglich gesperrtes Guthaben wieder freigegeben. "Belohnung" impliziert eine freiwillige Handlung des Belohnenden, auf die der Belohnte keinen Anspruch hat.
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